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Man geht davon aus, dass etwa 20-30% aller Menschen in den westlichen Industrienationen an Schlafstörungen leiden. Schlafstörungen belasten unser Wohlempfinden stark und können auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein gesunder Schlaf ist wichtig.

Wer nachts lange wach liegt oder in der Nacht immer wieder aufwacht, fühlt sich tagsüber schlapp, gereizt und übermüdet. Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist für unsere Gesundheit sehr wichtig. Schlafstörungen können viele Ursachen haben.

Auf seinen Körper hören und den richtigen Rhythmus finden

Wenn Sie Schwierigkeiten haben abends einzuschlafen, liegt es vielleicht daran, dass Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, einzuschlafen. Vielleicht wollten Sie noch einen Film zu Ende sehen oder ein Buch beenden oder Sie waren noch mit Freunden unterwegs. Wenn Sie merken, dass Ihre Augenlider schwer werden und Sie gähnen müssen, dann ist es Zeit ins Bett zu gehen. Wenn Sie jeden Tag zur selben Zeit schlafen gehen und dann am Wochenende so spät ins Bett gehen, dass Sie bis nachmittags schlafen, wird es auch sehr schwer zum Wochenanfang wieder in den richtigen Rhythmus zu finden.

Hören Sie bei der Frage, wann Sie ins Bett gehen sollen, auf Ihren Körper. Häufig haben Menschen Einschlafprobleme, weil Sie zu früh ins Bett gehen, eventuell weil der Partner schon schlafen geht. Sie selbst sind aber eigentlich noch gar nicht müde. Verlassen Sie sich also auf Signale Ihres Körpers, der Ihnen anzeigt, dass Sie müde sind.

Versuchen Sie abends ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und morgens ungefähr zur gleichen Zeit aufzustehen, so kommt der Körper nicht aus dem Schlafrhythmus.

Ein Schlafzyklus dauert ungefähr 90 Minuten und eine Nacht besteht etwa aus 4 bis 6 Schlafzyklen, je nachdem wie lange wir schlafen. Trotzdem hat jeder Mensch seinen individuellen Schlafrhythmus und seine ganz eigenen Schlafgewohnheiten. Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, ist auch von Mensch zu Mensch verschieden, grundsätzlich aber gilt, dass man 7 Stunden oder mehr pro Nacht schlafen sollte.

Maßnahmen für einen gesunden Schlaf

  • Vermeiden Sie schwere und fettige Abendessen vor dem Schlafen, auch rotes Fleisch, Alkohol, Kaffee und Tee. Essen Sie so früh wie möglich (im Idealfall zwei Stunden vor dem Zubettgehen). Trinken Sie beruhigende Kräutertees.
  • Fernsehen oder arbeiten am Computer sollten Sie nicht im Schlafzimmer. Auch wenn es vielleicht gemütlich ist, im Bett zu essen, zu arbeiten oder zu telefonieren, sollten Sie sich angewöhnen im Bett nur zu schlafen. Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, dann sollte Ihr Bett nur dem Schlafen und der Entspannung dienen.
  • Es hilft auch, wenn Sie Ihr Schlafzimmer so einrichten, dass es gemütlich und entspannend wirkt und zum Schlafen einlädt.
  • Kurz vor dem Schlafengehen sollten Sie entspannenden Tätigkeiten nachgehen. Lesen Sie ein Buch oder hören Sie entspannende Musik.
  • Wenn der Partner schnarcht und Sie dadurch mehrmals in der Nacht wachwerden, ist das auch eine große Belastung, da Sie immer wieder aus den Tiefschlafphasen gerissen werden. Wenn Ohrstöpsel nicht helfen, können getrennte Schlafzimmer eine Lösung sein.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Schlafzimmer ausreichend gelüftet ist und es nicht zu warm ist. Auch die richtige Matratze kann die Schlafqualität beeinflussen.
  • Schlafstörungen können auch gesundheitliche Ursachen haben. Störungen der Organfunktionen könnten Schuld sein. Bei chronischen Schlafstörungen sollten Sie deshalb von einem Arzt untersuchen lassen, ob keine organischen Schäden vorliegen.

Einschlafprobleme durch Stress

Von Einschlafproblemen spricht man, wenn der Betroffene länger als 30 Minuten braucht um einzuschlafen. Häufige Ursachen für Einschlafprobleme, sind Probleme und Sorgen, die uns beschäftigen und die wir mit ins Bett nehmen. Sorgen und Ängste, die wir tagsüber ausblenden können, da wir abgelenkt sind, beschäftigen uns nachts dafür umso mehr. War der Tag besonders stressig, dann ist es auch schwierig das Stresslevel abends runter zu fahren und entspannt zu sein.

Wer regelmäßig unter Einschlafstörungen leidet, der geht auch schon mit der Angst ins Bett wieder nicht einschlafen zu können und am nächsten Tag unausgeschlafen und schlapp zu sein. Dies erhöht den Druck und Stress und führt dazu, dass es den Betroffenen noch schwerer fällt einzuschlafen. Eine Art Teufelskreis beginnt, der sich nur schwer durchbrechen lässt.

Durchschlafprobleme

Schlafmittel, Medikamente und auch Alkohol führen dazu, dass Sie zwar schneller einschlafen, aber dann während der Nacht aufwachen, da der Schlaf insgesamt leichter ist und die Tiefschlafphase gestört ist. Zu denken, dass Medikamente und Alkohol den Schlaf fördern, ist also ein Trugschluss, da es nur dazu führt, dass Sie schnell einschlafen, dafür aber nach einiger Zeit wieder wach liegen.

Schlafmittel führen dazu, dass Sie nach kurzer Zeit große Schwierigkeiten haben werden ohne sie einzuschlafen und in eine Art Abhängigkeit geraten. Daher sollten Sie besser ganz auf Schlafmittel verzichten.

Arbeitszeiten können eine besondere Belastung darstellen

Eine besondere Belastung für den Körper stellen Schichtarbeit oder Nachtarbeit dar. Unsere innere Uhr orientiert sich am Sonnenlicht. Durch Nacht- und Schichtarbeit bringen wir unseren inneren Rhythmus durcheinander. Es gibt Menschen, die diese Umstellung besser verkraften als andere und für die Nachtarbeit über Jahre hinweg kein großes Problem darstellt. Die meisten Menschen kommen aber dadurch schnell an ihre körperlichen Grenzen und müssen sich vor allem mit zunehmendem Alter nach einer neuen Arbeit umsehen, da sie merken wie der unnatürliche Schlafrhythmus ihrer Gesundheit schadet. Vor allem Schichtarbeit, bei der sich der Körper immer wieder an wechselnde Arbeits- und Schlafzeiten gewöhnen muss, ist auf Dauer ungesund. Schlafstörungen, Übergewicht und Herz-Kreislaufprobleme sind oft die Folge.

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