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Am Anfang einer Ehe stehen zumeist Hoffnung und Zuversicht, den richtigen Partner für’s Leben gefunden zu haben. Verliebtheit und Liebe lassen eventuell auch über vieles hinwegsehen, was am Partner stören könnte. Wenn jedoch die anfängliche Verliebtheit der Vertrautheit und Routine des Alltags weicht, kann eine langjährige Partnerschaft durchaus ihre Tücken haben. Damit ein Paar nicht an diesen meist im Kleinen beginnenden Problemen zerbricht, ist es vor allem notwendig, aufmerksam zu bleiben.

Das grösste Potential für Unzufriedenheit und Konflikte liegt in den meisten Ehen nicht, wie vielfach geschrieben, im sexuellen Bereich. Oft sind sexuelle Probleme nur eine Folge der übrigen auftretenden Partnerschaftsprobleme. Doch woraus entstehen eigentlich Eheprobleme?

Eheprobleme können vielfältig sein

Streit kommt in so gut wie allen Ehen und Beziehungen vor. Man sollte bei Problemen allerdings mit einem klaren Kopf unterscheiden können, ob es sich nur um normale Meinungsverschiedenheiten handelt, um eine etwas ärgerliche Verhaltensweise oder wirklich um weit tief gehende Gründe, die eine Partnerschaft in dem aktuellen Zustand absolut unmöglich macht. Oft sind falsche Erwartungen, Kommunikationsmangel oder auch ein Gefühl von absoluter Vernachlässigung sehr belastende Probleme, die zu Angst, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und auch zu Versagergefühlen führen können. Beziehungsprobleme lösen sich nicht von alleine, weshalb man mit seinem Partner die oft unerträgliche Situation durchaus ansprechen sollte.

Kommunikationsmanagel als Hauptproblem

Denn die meisten Schwierigkeiten und Missverständnisse in Partnerschaften entstehen vor allem durch eines: mangelnde Kommunikation. Sei es anfangs, um den Partner nicht zu verletzen, sei es, weil man nicht die richtigen Worte findet, oder auch weil einer der Partner sich nicht artikulieren möchte oder kann – in sehr vielen Paaren herrscht Kommunikationsmangel. Diejenigen Ehepaare, die es schaffen, diese Hürde zu überwinden, sind zumeist die, die auch zusammenbleiben. Auch und gerade in der Ehe ist es wichtig, sich eine Diskussionskultur zu erarbeiten, geprägt durch Konstruktivität statt Destruktivität. Das bedeutet zum einen, die Dinge auch tatsächlich anzusprechen, die am Partner stören – aber nicht auf eine Art und Weise, die verletzt. Sondern so, dass dem Partner eine Möglichkeit bleibt, um zu reagieren – konstruktiv zu reagieren.

Kleinigkeiten geben oft Anlass für Ehekonflikte

Meist entstehen solche Konflikte aus kleinen, alltäglichen Anlässen, die zu Symptomen für die Art des Miteinander werden. Ebenso müssen sich die Partner im Klaren darüber sein, dass oft nicht das vermeintliche Problem selber die Ursache für Konflikte und Widerwillen ist, sondern dieses höchstwahrscheinlich tiefer und an ganz anderer Stelle liegt.

“Du hast schon wieder den Müll nicht runtergebracht” – ein alltäglicher Satz, den man in zahlreichen langjährigen Ehen regelmäßig hören dürfte. Was er auslöst, hängt von der Harmonie in der Partnerschaft, dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der Konfliktfähigkeit beider Partner ab – sowie der Stufe an Emotionalität und Intimität, in der sich die jeweiligen Ehepartner gemeinsam befinden. Ist die Beziehung stabil, geprägt von gegenseitigem Verständnis und Miteinander, wird diese alltägliche Lappalie schnell geklärt sein. In der Realität sind solche und ähnliche Sätze aber oft Auslöser für handfeste Streits innerhalb der Partnerschaft. Woran liegt das?

Streit führt oft zu Dauerkonflikten und Zwangsverhalten

Zum einen daran, dass beide Partner die Reaktion des anderen schon vorweg nehmen, das heißt, man erwartet geradezu eine negative Reaktion und wappnet sich bereits für einen Streit, in dem man seine eigene Position verteidigen möchte. Diese von vornherein bestehende negative Haltung führt zu einer entsprechenden Grundstimmung zwischen den Partnern. Im Bestreben, Recht zu behalten, werden immer stärkere Geschütze aufgefahren, bis hin zu wirklich verletzenden Worten oder sogar Handgreiflichkeiten – ein tatsächlicher Bruch ist geschaffen bzw. vergrößert sich von Mal zu Mal. Psychologen haben untersucht, dass solche negativen Konfliktarten zwar durchaus zu einer Lösung führen können – einer der Partner lenkt ein. Dies wiederum verstärkt beim anderen Partner jedoch das negative Konfliktlösungsmodell. Ein dauerhaftes Partnerschafts- oder Eheproblem ist geboren, welches Psychologen bereits als Zwangsverhalten einordnen, das wiederum einen Teufelskreis auslösen kann, aus welchem viele Ehen nicht mehr herausfinden – hier liegt das größte Trennungspotential.

Den Teufelskreis durchbrechen

So tun Partner gut daran, von vornherein an einer gegenseitigen Verständigung zu arbeiten, und sich zu fragen, was eigentlich das Wichtigste ist, das einem Konflikt oder Streit zugrunde liegt – nämlich die Partnerschaft oder Ehe, die nur auf gegenseitiger Wertschätzung beruhen kann. Die gegenseitige Verständigung auf unterschiedlichster Ebene ist also etwas, das sich beide Partner aktiv erarbeiten müssen, und stets mit einem positiven Grundgedanken.

Konstruktives Gespräch als möglicher Ausweg

Hier kommt es vor allem auch auf den richtigen Ton an, Anschuldigungen oder ein aggressiver Tonfall sollten deshalb auf jeden Fall vermeidet werden. Zu einem wirklich konstruktiven und produktiven Gespräch mit seinem Partner kommt man nur mit sachlichen und wenn möglich, neutralen Fakten weiter. Man kann durchaus vorher ausgearbeitete Lösungsvorschläge unterbreiten, um die Harmonie Zuhause wieder herzustellen. Durch das Unterbreiten dieser Vorschläge in einem sachlichen und vor allem freundlichen Ton, zeigt man seinem Gegenüber, dass man durchaus bereit ist, an einer beschädigten Beziehung zu arbeiten. Der Partner findet dadurch auch eine gute Gelegenheit eigene Vorschläge für die Lösung der bestehenden Probleme zu finden, so dass für beide Seiten eine optimale Einigung gefunden werden kann.

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