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Die Zweifel einer Vaterschaft führen in den meisten Fällen zu einer großen Belastung innerhalb einer Beziehung und der Familie. Nicht nur Männer haben ihre Zweifel, auch Frauen die mit mehreren Männern sexuellen Kontakt hatten brauchen Klarheit. Da keine naturgegebene Sicherheit vorhanden ist, wird heutzutage immer mehr auf Vaterschaftstests zurückgegriffen.

Tests für privaten Gebrauch

Wurden DNA-Analysen erstmals bei gerichtlichen Verfahren und polizeilichen Ermittlungen verwendet, so stehen diese Tests jetzt schon seit einigen Jahren auch für den privaten Gebrauch zur Verfügung. Allein in Deutschland wurden in den letzten Jahren um die 40.000 Abstammungstests durchgeführt, der Markt der Anbieter wird ständig größer. Genetische Untersuchungen dürfen seit 2011 nur noch von Instituten durchgeführt werden, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle zugelassen wurden, damit die Qualität der Herkunftsklärung auch wirklich sichergestellt wird.

Wie läuft ein DNA-Test ab?

Was die Probeentnahme angeht, so ist diese nicht nur einfach, sondern auch schmerzfrei. In der Regel wird bei einem Vaterschaftstest mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen. Häufig wird der Test auch anhand von Blutproben realisiert, diese sind länger haltbarer und auch schwieriger zu fälschen, weshalb diese Methode hauptsächlich bei Analysen aus dem Ausland verwendet werden. Im Labor wird dann die Desoxyribonukleinsäure (DNA) aus den zur Verfügung stehenden Zellkernen der Proben extrahiert. Die molekulargenetischen Untersuchungen können Veränderungen des Erbguts feststellen oder ausschließen. Bis zum heutigen Zeitpunkt müssen für ein Gutachten der Abstammung mindestens 12 Genorte auf mindestens 10 verschiedene Chromosomen überprüft werden, allerdings werden von der Kommission der Gendiagnostik aktuell neue Richtlinien verfasst, bei der 15 Marker vorgeschrieben sind.

Für jeden Genort liegen bei den untersuchten Menschen 1-2 Erbmerkmale vor, diese sollten bei den Merkmalen der Eltern an der gleichen Stelle vorhanden sein. Die Aussagekraft eines Vaterschaftstests steigt also mit der Anzahl der überprüften Marker. Die Übereinstimmungen der Genorte werden von Experten kontrolliert, es kann sich dabei um eine biologische Elternschaft handeln oder um zufällige Mutationen. Alle Berechnungen werden für jeden DNA-Marker aufgestellt und auf die Häufigkeit in der Bevölkerung überprüft.

Vaterschaftstest Ergebnis
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Die Elternschaft ist ausgeschlossen, wenn das Kind mit mindestens drei von den fünfzehn analysierten Markern nicht übereinstimmt. Was die Messergebnisse betrifft, so können sich diese (besonders aus unterschiedlichen Ländern) unterscheiden, da es bis jetzt noch keinen globalen Richtpunkt gibt, welche Genorte genau analysiert werden sollen. Bei den Abstammungsgutachten werden im Prinzip nur die Genbereiche analysiert, d.h. die Tests bieten keine Ergebnisse über Erbkrankheiten, defekte Gene oder über die Eigenschaften der untersuchten Person.

Wo kann man solche Tests durchführen?

Ein sehr bekannter Vermittler für Vaterschaftstests ist z.B. DNA 24. Dort können Sie verschiedene Gentests in Auftrag geben. Ene sorgfältige und schnelle Bearbeitung wird Ihnen zugesichert. Je nach Art des Tests bewegen sich die Preise zwischen 300 und 500 €. Auch können verschiedene andere Tests durchgeführt werden, so auch Geschwistertests, Zwillingstests oder Verwandschaftstests. DNA 24 setzt dabei erfahrene und akkreditierte Molekularbiologen ein, die Ihre Analysen in hochmodernen Labors durchführen.

Wie zuverlässig ist das Ergebnis?

Die Zuverlässigkeit eines Vaterschaftstests wird durch Manipulationen und Verwechslungen beeinträchtigt. Auch Fehler bei der Probeentnahme und Qualitätsmangel im Labor mindern die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Laut dem Gendiagnostikgesetz dürfen Abstammungsgutachten nur von Sachverständigen mit der entsprechenden Ausbildung und Medizinern vorgenommen werden. Die Probeabnahme wird von einer Behörde, einem Arzt oder einem Labor vorgenommen und muss dementsprechend dokumentiert werden. Ein schriftliches Einverständnis der betroffenen Personen ist hierzu notwendig sowie entsprechende Aufklärung und Beratung. Das Einverständnis kann allerdings jederzeit widerrufen werden. Der Unterschied zwischen einem Behörden- und einem Privattest liegt im Prinzip nur beim Auftraggeber, die Kosten sind allerdings bei einem Gerichtsgutachten durch die Verfahrenskosten weitaus aufwendiger. Eine Vaterschaft wurde laut Statistiken der letzten Jahre bei ca. 20 % der durchgeführten Tests ausgeschlossen.

Auch pränatale Abstammungsgutachten sind möglich. Die Untersuchungen bei dem ungeborenen Fetus werden entweder durch die Fruchtwasserentnahme oder durch die Chorionzottenbiopsie durchgeführt. Beide sind allerdings mit einem Fehlgeburtsrisiko verbunden. Diese Art von Vaterschaftstests wird hauptsächlich bei Vergewaltigungsfällen angewendet und entspricht einer normalen DNA-Analyse.

Heimliche Vaterschaftstests sind in deutschen Laboren verboten. Sorgeberechtigte Mütter müssen einer Prüfung zustimmen, allerdings kann diese Zustimmung durch gerichtliche Schritte eingeleitet werden. Laut Gesetz müssen alle zu untersuchende Personen schriftlich ihr Einverständnis geben, bei noch Minderjährigen erfolgt diese Berechtigung durch die Sorgeberechtigten. Heimliche Abstammungstests sind in anderen europäischen Ländern möglich, werden aber vor dem deutschen Gericht nicht anerkannt.

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