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Die meiste Zeit verbringen wir normalerweise in unseren vier Wänden, kein Wunder also wenn die Anzahl an Patienten mit Atemwegbeschwerden oder anderen gesundheitlichen Problemen ständig am steigen ist.

Vor allem Schwangere und Kinder sind sich durch die Schadstoffe in Möbeln einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Laut dem Münchner Umweltinstitut ist die Luft in unseren Räumen deutlich stärker durch Schadstoffe belastet als im Freien.

Zu den möglichen körperlichen Beschwerden zählen brennende Augen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, sowie Hautreizung und Schlafstörungen. Treten diese Symptome nach dem Kauf von neuen Möbeln oder einer Renovierung auf, dann kann die Ursache mit vorhandenen Schadstoffen in einem engen Zusammenhang stehen.

Formaldehyd – die unsichtbare Bedrohung

Formaldehyd ist ein streng riechender und farbloser Stoff mit toxischen Eigenschaften der bei einer chronischen Exposition die Konzentrationsfähigkeit, den Schlaf, sowie das Gedächtnis beeinträchtigt. Es ist karzinogen und ab einer 30 ml/m³ Konzentration besteht akute Lebensgefahr, wahrnehmbar ist der Geruch als Gas bei 1ml/m³ oder auch etwas weniger.

Aldehyd ist einer der wichtigsten Grundstoffe was die Chemieindustrie angeht. Holzspanplatten beispielsweise bestehen vorwiegend aus Klebstoffen in denen Formaldehyd enthalten sind. Kein Wunder also, dass in neuen gedämmten Häusern sich viel mehr Schadstoffe befinden als in älteren und nur gering gedämmten Wohnungen.

Schadstoffe sind allerdings auch in der Farbe an der Wand oder in Holz- und Polstermöbeln enthalten.

Wie kann man sich wirkungsvoll gegen die Schadstoffe schützen?

Um sich wirkungsvoll gegen Schadstoffe in unseren Möbeln schützen zu können, ist es vorab sehr wichtig, auf schadstoffarme Produkte und auf die angebrachten Gütesiegel zu achten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Polstermöbel wie Sofas, Holzmöbel oder Teppiche kauft. Das Siegel sollte beim Kauf signalisieren, dass die Möbel umweltgerecht und schadstoffarm hergestellt wurden. Zu den bekanntesten Gütesiegeln zählen ÖkoControl, Goldenes M, sowie Blauer Engel. Obwohl es laut Experten keine absolut schadstofffreien Möbel gibt, so liegen die Grenzwerte bei Möbeln mit diesen Prüfsiegeln in der Regel unterhalb der zulässigen Richtlinien.

Vor allem bei Kauf von Billigmöbeln ist unbedingt auf die Herkunft zu achten, da viele Produkte im Ausland hergestellt werden und deshalb auch die gesetzlichen Schadstoffbestimmungen anders ausfallen als in Deutschland. Dabei gibt es auch einige Anbieter, die sich auf den Verkauf von hochwertigen und schadstoffarmen Möbeln spezialisiert haben.

Bei Zweifeln kann man übrigens die vorhandenen Werte der Schadstoffe messen und die Verursacher feststellen lassen. Umweltberatungsstellen geben diesbezüglich weitere Auskünfte, sowie Innenraumdiagnostiker.

Lüften ist eine weitere wichtige Maßnahme um die Räume von eventuellen Schadstoffen zu befreien.

Wie lüftet man richtig?

Regelmäßiges Lüften hilft nicht nur gegen Schadstoffe in den Möbeln, sondern auch gegen Schimmelpilze, die von feuchten Räumen angezogen werden. Im Idealfall sollte man zweimal täglich die Fenster mindestens eine halbe Stunde komplett öffnen, also nicht nur einfach kippen.

Babys sind von den Schadstoffen besonders gefährdet. Neue Möbel für Säuglinge und Kleinkinder sollten deshalb unbedingt vor dem aufstellen im Kinderzimmer erst einmal in einem anderen Raum für mehrere Wochen untergebracht werden, der regelmäßig und über mehrere Stunden am Tag gelüftet werden muss, um Allergien oder anderen möglichen Gesundheitsschäden effizient vorzubeugen.

Es liegt auf der Hand, dass feuchte Räume mehr Lüftung benötigen als andere. Ansonsten helfen auch Pflanzen die Luft im Raum zu filtern.

Was ist mit Vollholzmöbeln?

Vollholzmöbel sind keine Garantie gegen vorhandene Schadstoffe. In der Regel wird die Oberfläche mit Lasuren oder mit Naturölen behandelt, die ebenfalls Terpene enthalten, wie Kiefernholz auch. Bei Terpenen handelt es sich um chemische Verbindungen die vorwiegend als Lösungsmittel in Klebern oder auch in Lack verwendet werden. Die angeblich gute Verträglichkeit bei sogenannten Bioklebern oder Bio-lack ist deshalb noch lang keine Garantie, dass in diesen Produkten keine Schadstoffe vorhanden sind, da sie bei höherer Konzentration ebenfalls Beschwerden wie Atemreizungen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle hervorrufen können.

Laubhölzer enthalten in der Regel nur einen sehr geringen Anteil an Aldehyde und keine Terpene, aber dafür emittieren sie Essigsäuren oder im Fall der Eiche einen Stoff der unter dem Namen Lohe bekannt ist und ehemals als Ledergerbmittel verwendet wurde. Auch Laubholz kann sich deshalb negativ auf die Atemwege auswirken.

Eine mögliche Alternative wären also im Prinzip nur Metallmöbel.

Beim Möbelkauf sollte man sich deshalb unbedingt auf die Gütezeichen verlassen. Das einzige anerkannte Gütezeichen in Deutschland für RAL bis RG 430 Möbel ist das Goldene M, bei dem die Produkte in unabhängigen Labors unter anderen auf die Fertigungsqualität, Schadstoffe, Stabilität und Haltbarkeit in intensiven Tests geprüft werden, bevor sie das RAL-Prüfsiegel erhalten.

Die unsichtbare Gefahr in Form von Schadstoffen in unseren Möbeln lauert übrigens nicht nur Zuhause, sondern auch auf dem Arbeitsplatz, wo die Gefahr in vielen Fällen aufgrund von vorhandenen Klimaanlagen sogar noch schlimmer ist. Da die Luft trockener ist und auch die Räume geschlossen sind, bleibt das schädliche Gas in der Regel ständig am Arbeitsplatz, weshalb Bronchien und Lunge einer höheren Belastung ausgesetzt sind.

Lüften ist deshalb einer der wichtigsten Faktoren um schädliche Luft nach draußen zu befördern, sowie auch um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

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