scheidung rechtsstreit
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Obwohl laut den Statistiken, Scheidungen in der Ehe von über 50% im Jahr 2005 auf nunmehr 40,82% im Jahr 2015 gefallen sind, sind es doch signifikante Zahlen. 1960 waren es gerade einmal 10%.1 Wenn man die Zahlen betrachtet, stellt man sich häufig die Frage, woran es liegt, dass die Ehen heutzutage nicht mehr so lange halten, wie einst.

Es liegt sicherlich einiges in der Tatsache, dass sich die Rollen- und Aufgabenverteilung in so mancher Familie geändert hat. Aber das allein ist nicht dafür verantwortlich, dass immer mehr Paare nach einiger Zeit trotz aller Widrigkeiten und Konsequenzen wieder den eigenen Weg suchen.

Unüberbrückbare Differenzen frühzeitig erkennen

Ein Grund, der oft im Zuge einer Scheidung genannt wird. Dies sind all jene Dinge, die man am Partner nicht ausstehen kann. Es sind Verhaltensweisen, die mit dem eigenen Benehmen und Sprachweisen nicht kompatibel sind. Jedoch sind diese Verhaltensweisen in den seltensten Fällen in der Ehe entstanden. Es gibt Fälle, in denen sich Menschen so verstellen, dass sie nach der Ehe ein anderer Mensch zu sein scheinen. Diese Fälle dürfen jedoch nicht als Regel genommen werden. Meistens sind es kleine Dinge, kleine Eigenheiten, die jeden Menschen auf die eine oder andere Weise definieren. Wenn ein Partner äußerst sparsam und der andere eher konsumfreudig ist, kann dies zu einem unüberbrückbaren Problem in der Ehe führen, da der eine diese Konsumfreudigkeit des anderen nicht akzeptieren kann. Auch diese Eigenschaft war jedoch schon vor der Ehe da, man hat sie jedoch in einem komplett anderen Zusammenhang gesehen.

Viele unüberbrückbare Differenzen können vermieden werden. Es handelt sich meist um Macken des Partners, die man vor der Ehe als interessant, süß oder unerheblich gesehen hat und die dann in der Ehe zu einem riesigen Problem angewachsen sind. Falls man schon vor der Ehe Probleme mit der einen oder anderen Eigenheit, sollte man sich den Schritt in die gesetzliche Verbindung überlegen oder diese Eigenheiten genauso nehmen, wie sie sind: Macken. Wir haben alle welche, auch wenn es sich um eine nicht zugemachte Zahnpastatube ist, oder die Gewohnheit, beim Fernsehen die Füße auf den Tisch zu legen.

Erhöhte Serotoninwerte im Frühling lenken

Vor allem im Frühling geht es los. Nach der Winterdepression setzt das Hochgefühl ein und das Glückshormon Serotonin weckt Wünsche und Begierden. Falls es im Winter mit dem Partner Probleme gab, kann es jetzt gerade für den anderen einfacher sein, die Beziehung aufzugeben. Der Mensch ist bereit, höhere Risiken einzugehen und dazu gehört auch das „Ausmisten“ im eigenen Leben. Gleichsam eines Hausputzes wird mit allem aufgeräumt, was einen zu stören scheint. Im Falle, dass es sich um eine Ehe handelt, sollte man dieses Glückshormon lieber dafür nutzen, um den Weg wieder zum Partner zu finden, anstatt von ihm weg. Man kann die schöne Zeit nutzen, um gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Auf diese Weise kann das Serotonin in einer für die Beziehung positiven Weise eingesetzt werden, anstatt ihm zu erlauben, den Menschen impulsiv handeln zu lassen. Eine Neuausrichtung in der Beziehung ist nicht immer einfach, aber wenn man der Ansicht ist, dass es sich für eine Gemeinsamkeit lohnt zu kämpfen, dann ist jetzt genau der richtige Augenblick dafür.

Missverständnisse aus der Welt räumen

In einer Beziehung gibt es immer Zwistigkeiten. Eine perfekte Ehe gibt es kaum. Mal sind es die Kinder, mal die finanziellen Angelegenheiten, aber auch die eigenen Gefühle und Wünsche, die in einer Familie oft unterzugehen drohen, können auch größere Probleme hervorrufen. Ein altes Rezept besagt, man solle vor jedem Wort bis zehn zählen, damit man nichts sagt, was man später bereut. Genauso sollte man es auch halten. Unüberlegte Worte können Brücken zerstören, die nicht mehr aufgebaut werden können. Bevor dies passiert, ist es besser, sich gegenseitig auszusprechen und Probleme argumentiert zu diskutieren, anstatt lautstark sich Beschuldigungen an den Kopf zu werfen. Meistens sind es Missverständnisse, die aus einem unüberlegten Satz entstehen, die den anderen vor den Kopf stoßen. Eines der wichtigsten Verhaltensweisen in einer Beziehung ist gegenseitiger Respekt. Wenn ein Missverständnis dafür sorgt, dass der andere respekt- oder rücksichtslos erscheint, kommt es unweigerlich zu lautstarken Auseinandersetzungen. Falls man sich nicht zurückhalten kann, gibt es Methoden, wie man Missverständnisse vermeiden kann. Hilfreich ist auf jeden Fall zu schreiben, anstatt zu sprechen. Da hat man mehr Zeit, seine Gedanken zu formen, ohne den anderen zu beleidigen. Die Missverständnisse, die manchmal durch ungeschickte Formulierung entstehen, führen dazu, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Man fühlt sich respektlos behandelt, verletzt und unterschätzt. Dies sollte auf jeden Fall verhindert werden, wenn man eine beständige Ehe haben möchte.

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