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Eine Beziehung beruht im Prinzip auf Wahrheit und Vertrauen, hat man das Vertrauen in den Partner verloren, dann macht die Beziehung eigentlich auch keinen Sinn mehr. Verlorenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen ist nicht nur sehr schwierig, sondern in den meisten Fällen auch absolut erfolglos. Vertrauensmissbrauch ist einer der Hauptgründe für Trennungen. Die logische Folgeerscheinung von zerstörtem Vertrauen ist eine Bindungsangst.

Bei der Bindungsangst haben die betroffenen Personen einfach Angst oder sogar Panik, in den neuen Partner zu vertrauen und eine längerfristige Beziehung einzugehen. Obwohl diese psychische Eigenschaft bei beiden Geschlechtern möglich ist, wird sie häufiger mit Männern in Verbindung gebracht. Menschen mit Bindungsangst sprechen nicht gerne über ihre Gefühle, sie wechseln in den meisten Fällen ständig ihren Sexual-Partner und schwanken zwischen Gefühlskälte und einem starken Bedürfnis nach emotionaler Nähe. In vielen Fällen provozieren sie Streit um daraufhin tagelang zu verschwinden.

Geben Sie Ihrem Partner eine Chance

Bindungsangst überwinden ist durchaus machbar wenn man bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen. Ohne Risiko kann man auch nicht gewinnen, und wirklich kein Mensch ist als absoluter Verlierer geboren. Wer unter Bindungsangst leidet, sollte deshalb lernen, auch anderen Leuten eine Chance zu geben. Nur dadurch kann man mit seinem neuen Partner wirklich positive Erfahrungen machen und hautnah spüren, wie schön es doch eigentlich ist, von diesem geliebt und vor allem auch unterstützt zu werden. Man sollte sich selbst so annehmen wie man ist und an der vorhandenen Bindungsangst arbeiten, damit man nicht ständig auf der Flucht von seinen schwankenden Gefühlen ist.

Dem Teufelskreis entkommen

Die meisten Menschen mit Bindungsangst allerdings sind sich nicht bewusst, dass sie unter dieser Störung leiden, oder wollen es sich aus Bequemlichkeit nicht ehrlich eingestehen. Wer dieses Problem verleugnet, wird laut Eheexperten und Spezialisten in Bindungsangst auch nie richtig lieben können. Sobald man feststellt, dass man gefühlsmäßig vom neuen Partner abhängig wird, dann fängt in der Regel auch der Rückzug an, also ein sogenanntes Wechselspiel zwischen gewünschter Distanz und trotzdem einer gesuchten Nähe. Dadurch werden beide Partner aber nicht nur immer unsicherer, sondern dieser Teufelskreis kann durchaus auch in Depressionen oder Trennungen enden. Heftige Schweißausbrüche, Herzklopfen, Verspannung und Beklemmungsgefühle sind „normale“ körperliche Reaktionen bei Bindungsangst.

Bindungsangst kann verschiedene Ursachen haben

Viele Menschen mit Bindungsstörungen ziehen Beziehungen oder Abenteuer mit bereits liierten Partnern vor, da sie sich dadurch absolut nicht eingeengt fühlen und bei einer lockeren Partnerschaft auch keine große Verpflichtung und Verantwortung tragen müssen. Nicht immer sind schmerzhafte Trennungen die Ursache für Bindungsängste. Oft sind mehrere Ursachen aus der Kindheit der Anlass, dazu gehören beispielsweise die Scheidung von den Eltern, ein Vorbild, oder auch ein ständiges Gefühl einfach nicht geliebt zu sein.

Im heutigen Zeitalter werden keine bestimmten Rollen für Frauen oder Männer vorgeschrieben. Mittlerweile haben immer mehr Menschen keine Lust oder Zeit für die „große Liebe“ und bleiben deshalb lieber alleine oder suchen sich eine Affäre. Das hat wiederum den Vorteil, dass man nicht fest gebunden ist, aber trotzdem noch einen mehr oder weniger festen Partner zum lieb haben hat. Halbbeziehungen werden deshalb auch bei Frauen immer beliebter, vor allem, wenn das weibliche Geschlecht finanziell unabhängig ist und auch keine Kinder mehr im Hause sind.

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