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In vielen Fällen hat unsere beste Freundin einen männlichen Namen, denn der Nachbarjunge oder Schulkollege vor vielen Jahren ist nach wie vor unsere Vertrauensperson, auch dann, wenn wir bereits verheiratet sind oder einen anderen Freund haben.

Eine tiefe Freundschaft zwischen Männern und Frauen wirft aber auch viele Fragen und vor allem auch Zweifel auf, denn ist das überhaupt möglich, ohne dass dabei andere Interessen mit im Spiel sind? Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass so eine Freundschaft überhaupt nicht funktionieren kann, gibt es aber auch sehr viele Fälle, bei denen genau das Gegenteil der Fall ist. Viele Frauen zogen schon im Kindergarten oder in der Schule den Umgang mit Jungen vor und hatten schon immer einen besten Freund an ihrer Seite, was natürlich auch auf das männliche Geschlecht durchaus zutreffen kann.

Viele Frauen fühlen sich mit einem besten Freund viel sicherer und ziehen eine starke Schulter zum ausheulen vor, als die liebevollen Wörter ihrer Freundinnen. Auch kann man als Freundin sicher sein, dass man zumindest von diesem Freund in jeder Hinsicht als Kumpel oder als Frau akzeptiert wird, was in vielen Partnerschaften nicht  der Fall ist. Männer hingegen finden bei ihren Freundinnen die notwendige Feinfühligkeit und das weibliche Verständnis, was sie selbst nicht haben und auch unter ihren Kumpels nicht finden werden. Mit einer guten Freundin hingegen können sie auch über ihr Intimleben sprechen und sich auch wirklich sicher sein, dass die guten Ratschläge von Herzen kommen. Eine Freundschaft ist in der Regel immer auf Nähe und auch auf Anziehung aufgebaut, aber ist das in diesem Fall nicht gefährlich.

Das gefährliche Spiel mit dem Feuer

Sicherlich kann es durchaus dazu kommen, dass es bei einer intensiven Freundschaft zwischen Mann und Frau öfters zum knistern kommt und eine starke Spannung in der Luft liegt. Dies kann z.B. bei einer festen Umarmung der Fall sein, bei einem gemütlichen Abendessen oder auch, wenn man zusammen auf dem Sofa liegt und sich zur Unterhaltung einen Film anschaut. Ob Sex dazwischen kommt oder nicht, ist allerdings von jedem selbst abhängig, denn als gute Freunde kann man durchaus über dieses Thema reden, denn wir vertrauen ihm/ihr doch sonst ja auch unsere Gefühle an. Die Voraussetzung für eine Freundschaft zwischen Männer und Frauen ist allerdings, dass man den anderen nicht als Sexualobjekt betrachtet, sondern wirklich als ehrlichen und offenen Freund. Wer trotzdem mit dem Feuer spielen will, sollte sich deshalb bewusst sein, dass durch ungeplanten Sex die Freundschaft hinterher nur in den seltensten Fällen auch weiterhin auf dem gleichen Level bleiben kann.

Allerdings kann im Laufe der Jahre die erotische Anziehung durchaus auch abnehmen, was bei besonders langwierigen Freundschaften der Fall ist. Man kennt sich viel zu gut mit allen Stärken und Schwächen und oft ist die Vertrautheit daran schuld, dass man überhaupt kein erotisches Verlangen mehr verspürt, was natürlich auch beim Lebenspartner der Fall sein kann.

Der Ex als bester Freund

Natürlich kann auch der Ex als bester Freund an erster Stelle stehen, obwohl nicht jede Trennung eine ernsthafte Freundschaft mit sich bringt. Beim Ex besteht eine viel größere Gefahr den Sex mit ins Spiel zu bringen, als beim besten Kumpel. Obwohl nach außen hin die Freundschaft aufrecht gehalten wird, kann der Sex durchaus öfters dazwischenfunken, auch dann, wenn beide bereits neue Partner haben. In den meisten Fällen ist die sogenannte Freundschaft plus nur ein Übergang, bis die Gefühlswelt wieder in Ordnung gebracht ist. Spätestens bei einem verständnisvollerem neuen Partner wird häufig auf die Freundschaft mit dem Ex verzichtet und nur dann wieder Kontakt aufgenommen, wenn man Probleme hat. Der oder die Ex als bester Freund ist allerdings ideal, wenn man ein sehr großes Kuschelbedürfnis hat, wobei allerdings das Selbstwertgefühl auf keinen Fall darunter leiden darf.

Viele Frauen fühlen sich mit ihrem Ex-Partner einfach viel wohler und entspannter, als mit einer fremden Person oder sie können sich nur schwer von ihren Gefühlen lösen. Es ist deshalb im Prinzip überhaupt nichts gegen so eine Beziehung einzuwenden, noch dazu, wenn man gemeinsame Ressourcen oder Kinder hat. Es gibt übrigens sehr viele Freundschaften zwischen Ex, die viel besser funktionieren können, als eine jahrelange Ehe, obwohl dieses Thema für viele Menschen nach wie vor ein „No-Go“ ist.

Fazit

Eine Freundschaft zwischen Männern und Frauen ist durchaus möglich und kann sogar richtig schön sein. Störend wird es eigentlich nur, wenn die aktuellen Partner nicht mit dieser Freundschaft einverstanden und deshalb ständig eifersüchtig sind. Es ist aber auch etwas schwer zu erklären, warum man dem besten Freund die aktuellsten Neuigkeiten zuerst erzählen will und nicht dem Lebensgefährten. Allerdings ist man bei den meisten Kumpelbeziehungen mit dieser Person bereits durch „dick und dünn“ gegangen. Das Vertrauen zum besten Freund wurde also schon längst unter Beweis gestellt, was in vielen Fällen bei einer Partnerschaft längst nicht der Fall ist, da die Beziehung in der Regel auf einem komplett anderem Level stattfindet. Bei einem guten Freund spielt es z.B. keine große Rolle, ob er überhaupt attraktiv ist oder gut verdient, er muss einfach nur dasein, wenn man ihn braucht.

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