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Oft haben Kinder das Gefühl, dass ein Kind von den Eltern bevorzugt wird, dies kann zu Eifersucht unter den Geschwistern führen. Als Eltern sollte man jedem Kind zu spüren geben, dass man eine individuelle Liebe für es empfindet.

Lieblingskinder

Auch wenn die meisten Eltern davon überzeugt sind, dass sie alle ihre Kinder gleich lieb haben, gibt es oft unbewusst ein Lieblingskind.

Ein Kind spürt dies häufig und kann ein Leben lang darunter leiden. Häufig bevorzugen Väter Töchter und Mütter ihre Söhne. Ob man ein Kind bevorzugt, kann natürlich auch mit den Charaktereigenschaften der Kinder zu tun haben. Wenn das eine Kind verschmust und lieb ist, das andere aber launig und schwierig, ist es normal, dass Eltern lieber Zeit mit dem lieben Kind verbringen. Ein erster Schritt ist es, sich als Eltern einzugestehen, dass man ein Kind bevorzugt behandelt. Ist diese Bevorzugung nur von kurzer Dauer, hat dies häufig keine großen Auswirkungen. Eine dauerhafte Bevorzugung eines Kindes kann aber zu einem Minderwertigkeitskomplex des anderen Kindes und dazu führen, dass das Kind auch im späteren Leben immer nach Aufmerksamkeit und Liebe sucht.

Haben die Kinder das Gefühl, dass ein Kind von den Eltern bevorzugt wird, belastet das natürlich das Verhältnis der Geschwister enorm. Diese Rivalität bleibt häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Man sollte sich daher regelmäßig die Frage stellen, ob man gerade dabei ist ein Kind zu bevorzugen und ehrlich zu sich selbst sein. Auch wenn Kinder dieses Gefühl äußern, sollte man das ernst nehmen und mit dem Kind über die Situation sprechen.

Es ist ganz normal für jedes Kind unterschiedlich zu empfinden, da jedes Kind eine ganz eigene Persönlichkeit und eigene Eigenschaften hat, so ist auch unser Verhältnis zu jedem Kind von Natur aus ein anderes. Es ist daher nicht nötig bei allen Kindern alles gleich zu machen zu wollen und jedes Kind gleich zu behandeln, sondern den individuellen Bedürfnissen des Kindes entsprechend. Auch Kinder möchten nicht unbedingt spüren und hören, dass die Liebe der Eltern zu allen Kindern gleich ist, sondern dass die Eltern jedes Kind auf eine ganz individuelle und besondere Weise lieben.

Man sollte versuchen, sich für jedes Kind gleich viel Zeit zu nehmen. Sehr wichtig ist, mit jedem Kind alleine Zeit zu verbringen und eine individuelle Aktivität zu machen, die dem Kind besonders Spaß macht und den Geschwistern vielleicht weniger. Wenn das Kind weiß, dass es die Mutter oder den Vater an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeiten ganz für sich alleine hat und nicht mit den Geschwistern teilen muss, hilft das gegen die Eifersucht unter Geschwistern.

Eifersucht ist natürlich

Eifersucht ist ein ganz natürliches menschliches Gefühl. Es ist daher normal, dass ein Kind eifersüchtig auf ein Geschwisterkind ist. Jedes Kind stellt sich Fragen bezüglich seiner Rolle und Position innerhalb der Familie. Es fragt sich, wie es von anderen wahrgenommen und akzeptiert wird. Daher sollte man dem Kind nicht sagen, dass es nicht eifersüchtig sein soll. Stattdessen sollte man als Eltern versuchen, dieses Gefühl des Kindes ernst zu nehmen und ihm die Eifersucht zu nehmen.

Rivalität unter Geschwistern vermeiden

Um Rivalität und Eifersucht unter Geschwistern zu vermeiden ist es wichtig, die Kinder nicht miteinander zu vergleichen und auf keinen Fall eine Art Wettbewerb gegeneinander zu fördern. So sollte man zum Beispiel schulische Leistungen der Kinder nicht miteinander vergleichen, sondern sich selbst und auch den Kindern klar machen, dass jedes Kind eine eigene Persönlichkeit hat und somit jedes Kind unterschiedliche Stärken und Schwächen hat. Ein Kind hat zum Beispiel mehr Probleme in Mathematik als seine Geschwister, ist dafür aber viel kreativer. Wenn man seine Kinder nicht ständig miteinander vergleicht und aneinander misst, dann tun dies die Kinder auch weniger.

Die Geburt des Geschwisterchens bedeutet Veränderung

In wie weit ein Kind eifersüchtig auf einen Bruder oder eine Schwester sind, hängt viel von dem Altersunterschied zwischen den beiden ab. Wenn die Geschwister mehrere Jahre von einander trennen, so reagiert das ältere Kind gelassener nach der Geburt seines Geschwisterchens. Es hat viel Zeit alleine mit den Eltern verbracht, hat mehrere Jahre die Rolle des Einzelkinds genossen und reagiert selbstbewusster auf die Ankunft eines Bruders oder einer Schwester. Werden Kinder kurz nacheinander geboren, ist ihre Bindung zueinander häufig besonders groß, da sie zusammen spielen und aufwachsen, aber es gibt auch mehr Konflikte. Eltern sollten die älteren Kinder behutsam auf die Ankunft eines Geschwisterkindes vorbereiten und sich nach der Geburt des Geschwisterkindes individuelle Auszeiten mit dem älteren Kind nehmen, in denen sie nur für das ältere Kind da sind. Natürlich wünscht man sich als Eltern, dass Kinder für ihre jüngeren Geschwister nach deren Geburt sofort Liebe und Stolz empfinden. Hier sollten Sie geduldig sein. Liebe kann nicht erzwungen werden, sondern entwickelt sich mit der Zeit ganz natürlich. Zunächst stellt der Familienzuwachs eine große Veränderung für das ältere Kind dar. Es hat nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern. Es braucht nun Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und seinen Platz in der Familie zu finden.

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