Alkohol in der Schwangerschaft – warum ist es so gefährlich

Alkohol während der Schwangerschaft ist ein wichtiges Thema und sollte nicht vernachlässigt werden. Alarmierend ist dabei, dass einige Studien gezeigt haben, dass rund 80 Prozent aller Frauen während der Schwangerschaft  Alkohol getrunken haben.

20 Prozent aller Schwangeren trinkt sogar gelegentlich Alkohol. Die Risiken sind vielen zwar bekannt, jedoch werden diese meist unterschätzt. Denn auch für werdende Mütter, die nur gelegentlich trinken, kann der Alkoholkonsum gefährlich werden.

Welche Risiken sind bei Alkohol in der Schwangerschaft erwiesen?

Auch wenn Alkohol in der Gesellschaft oft verharmlost wird, kann er insbesondere in der Schwangerschaft nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch der Gesundheit des Kindes schaden. Jeder Tropfen Alkohol landet zwangsläufig im Fötus und kann dort nur langsam abgebaut werden. Er gelangt durch das Blut in die Plazenta und kann deshalb schon bei geringen Mengen, zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

Der Fötus trinkt dadurch jeden Schluck der Mutter mit, denn der konsumierte Alkohol gelangt natürlich durch die Nabelschnur zum Ungeborenen. Die Leber ist noch nicht vollständig entwickelt, weshalb der erreichte Pegel nur langsam abgebaut werden kann. Dadurch ist das Risiko einer Erkrankung auch nur bei einmaligem Trinken groß, weswegen Wissenschaftler oftmals zum “Nullkonsum“ raten.

Alkohol kann viele körperliche sowie geistige Schäden hervorrufen. Die Liste der Folgeschäden, die durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auftreten können, ist lang. Dabei spielt es keine Rolle, ob man im ersten Trimester der Schwangerschaft etwas trinkt oder in den übrigen Monaten. Schäden, die dadurch verursacht werden können, sind nicht auf die ersten 3 Schwangerschaftsmonate beschränkt.

Man schätzt, dass jährlich 10.000 Neugeborene zu Welt kommen, die an den Folgen des Alkoholkonsums leiden. Die körperlichen Folgen machen sich zum Beispiel durch Missbildungen der inneren Organe und des Gesichts bemerkbar. Allerdings kann es auch die Entwicklung des Gehirns sehr negativ beeinflussen was dazu führen kann, dass auch geistige Schäden entstehen können. Dadurch können Folgeschäden entstehen, die auch erst in der späteren Entwicklung des Kindes bemerkt werden, so zum Beispiel eine Lernschwäche oder Probleme bei der Bewegungskoordination. Der allgemeine Fachbegriff dieser Folgeschäden lautet “Fetale Alkoholspektrum Störungen (FASD). Dabei werden mehr als 4000 Kinder mit dem Vollbild des Fetalen- Alkoholsyndroms (FAS) geboren. FAS ist im Vergleich zu FASD viel schwerwiegender.

Lebenslange Folgen für das Kind

Kinder, die mit dem Fetalen Alkoholsyndrom geboren werden, weisen, wie auch beim Down-Syndrom, körperliche sowie geistige Schäden auf. Hier ist es meist medizinisch leicht eine Diagnose zu stellen, da man den Kindern sofort ansieht, da die Symptome meist deutlich sichtbar sind.

Die körperlichen Schäden können vielfältig sein und machen sich hier oft bemerkbar durch Wachstumsstörungen. Zudem sind die Neugeborenen auch meist leichter als andere Kinder. Es treten Fehlbildungen im Gesicht auf, wo der Schädel meistens kleiner ausfällt, als bei gesunden Kindern. Auch die Augenlider sind meist schmaler und es fehlt die Mittelrinne zwischen Nase und Oberlippe. Da der Schädel meist kleiner ist, kann sich das Gehirn unter Umständen auch nicht richtig entwickeln, was dazu führt, dass das Kind geistig benachteiligt bleibt. Auch das Nervensystem kann Schäden erleiden.

Die Langzeitschäden machen sich dann bemerkbar durch Verhaltensstörungen, Entwicklungsverzögerungen oder auch Intelligenzmangel. Die Kinder schaffen es nicht, lange aufmerksam und konzentriert zu bleiben und es fällt Ihnen schwer Probleme zu lösen. Das Fetale – Alkoholsyndrom kommt jedoch häufiger bei Kindern vor, deren Mütter in der Schwangerschaft regelmäßig getrunken haben. Aber auch schon geringe Mengen Alkohol könnten diese Krankheit verursachen.

Alkohol bei unbemerkter Schwangerschaft

Da es auch mal sein kann, dass eine Schwangerschaft in den ersten Wochen unbemerkt verläuft, sollten sie nicht in Panik geraten, wenn sie in den ersten Wochen Alkohol getrunken haben. Zwar hätte es im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt kommen können, aber meistens werden die geschädigten Zellen durch gesunde Zellen ersetzt. Der Embryo kann sich dann ganz normal weiter entwickeln. Wenn man aber erfährt, dass man schwanger ist, sollte man am besten sofort auf den Alkoholkonsum verzichten.

Die erste richtige Entwicklungsphase verläuft ungefähr zwischen der 5. und der 12. Woche. Hier können die Zellen nicht so leicht durch andere ersetzt werden. Deswegen ist grade in dieser Entwicklungsphase wichtig Alkoholkonsum zu vermeiden, damit das ungeborene Kind sich gesund entwickeln kann. Ist jedoch in dem Zeitraum zwischen der 5. und der 12. Woche  Alkohol getrunken worden, sollten Sie sich allerdings Rat bei einem Frauenarzt holen.

Alkohol in Soßen und Kuchen für Schwangere ein Problem ?

Es gibt viele Menschen, die auch gerne mit Alkohol kochen oder backen. Zudem gibt es auch viele Leckereien für zwischendurch, die geringe Mengen Alkohol enthalten. Ein gutes Beispiel ist hier die bekannte Kirschpraline. Ob man letztendlich auch auf diese Sachen verzichten sollte, bleibt einem selbst überlassen. Manche Frauen, die ganz auf Alkohol verzichten, vermeiden auch solche Speisen. Schlimm ist es allerdings nicht und man kann sich – vorausgesetzt man macht es nicht regelmäßig – auch mal bedienen. Trotzdem sollten Sie aufpassen, wenn der Alkohol direkt über den Kuchen gegossen wird, wie zum Beispiel Eierlikör. Das sollte lieber vermieden werden. Wer es jedoch schafft, sollte am besten nichts mit Alkohol zu sich nehmen, denn das ist immer noch die gesündeste Variante für das ungeborene Kind und reduziert das Risiko einer späteren Folgeerkrankung auf null.

Fazit

Alkohol ist und bleibt Gift für den Körper und sollte deshalb in der Schwangerschaft vermieden werden. Wenn eine Schwangerschaft zunächst unbemerkt verlaufen ist, sollten sie keinen Grund zur Panik haben und sich erst einmal bei ihrem Frauenarzt beraten lassen. Da auch bei geringen Mengen Folgeschäden nicht auszuschließen sind, sollte man schon darauf achten, dass man den gelegentlichen Konsum nicht verharmlost. Wer also das Beste für sein Kind will, sollte den gesünderen Weg gehen. Und das ist nicht nur gesund für das ungeborene Kind, sondern auch für sich selbst.

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Kommentar

  1. Spätestens jetzt sollten doch mal alle angehenden Mütter in der Schwangerschaft auf Alkohol und andere Drogen verzichten. Wenn nicht, ist es schon fast eine Vergewaltigung am ungeborenen Kind.
    Leider hört man viel zu häufig von solchen Vorfällen 🙁

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