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Heiraten oder nicht, man wird beides bereuen, sagte Sokrates. Ist den Ehestand – Wehestand? Ja und nein. Ja, denn Heiraten heißt seine Rechte halbieren und seine Pflichten verdoppeln. Nein, denn man heiratet doch meistens aus Liebe. Oftmals führen diese Missverständnisse zu Problemen, doch ab wann ist eine Eheberatung nützlich?

Die Ehe ist kein Fertighaus

Die Sehnsucht nach einer dauerhaften und gelingenden Beziehung in einer Partnerschaft oder Ehe gehört nach wie vor zu einem grundlegenden menschlichen Bedürfnis. Zunehmend mehr Menschen machen jedoch die Erfahrung, dass sie an der Verwirklichung ihrer gemeinsamen Lebensentwürfe scheitern.
Die Ehe ist kein Fertighaus, sondern ein Gebäude, an dem ständig aufgebaut und repariert werden muss. Aspekte, welche eine Partnerschaft beeinflussen können, sind beispielsweise verdrängte Erfahrungen in der Kindheit, unbewusste oder hohe Erwartungen und Bedürfnisse, bekannte Ehemodelle. Aber auch der Grad einer Zufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, die Sexualität, gesellschaftliche Normen und Erfahrungen spielen eine große Rolle bei einer Ehe. In einer Partnerschaft oder Ehe ist es wichtig, dass beide Partner die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich nicht gegenseitig erdrücken. Zu wenig Interesse für den anderen kann für eine Partnerschaft ebenso abträglich sein wie zu viel Interesse.

Warten Sie nicht zu lange

Bemerkt man erste Anzeichen dafür, dass man sich in der Partnerschaft immer öfters streitet, keinen Freiraum mehr für sich selbst findet, dem Anderen nicht mehr vertraut, von einem Betrug erfährt, dass sich verschiedene Lebensziele entwickeln oder es zu wenig Zärtlichkeiten in der Partnerschaft gibt, kann die Paarberatung ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Viele Paare suchen eine Partnerberatung erst dann auf, wenn sich die Ehe oder Beziehung bereits als Trümmerhaufen vor ihnen ausbreitet.

Die Eheberatung kann die Probleme offenlegen

Ehe die Ehe scheitert, sollte man doch festlegen, ob ein Problem recht ernst ist oder ob es übertrieben wahrgenommen wird. Abgesehen von solchen Gründen wie Gewalt, Alkoholismus, Rauschgiftsucht, gelten als häufigste Ursachen für Ehekrisen wirtschaftliche Probleme in der Ehe und mangelhafte Vorbereitungen auf die Ehe. Frauen und Männer pflegen zudem zunehmend ihre Individualität und sind heute nicht mehr bereit, für die Ehe ein Stück von sich selbst aufzugeben. Oftmals ist einem gar nicht bewusst, dass zwischen einem selbst und dem Partner ein versteckter Konflikt herrscht. Durch einen neutralen Berater kann man das Verdrängte an die Oberfläche bringen und daran arbeiten.
Mit Hilfe einer Eheberatung lässt sich ein gesunder Mittelweg finden, man lernt, Kompromisse einzugehen und kann herausfinden, warum sich der Partner nicht mehr wohl fühlt.

Beide Seiten müssen eine Beratung wollen

Die Eheleute sprechen dann miteinander offen über Probleme im Sexualbereich, im Alltagsleben und anderen Bereichen. Dabei tritt der Seelsorger bzw. der Psychologe als eine Art Moderator auf – er lenkt das Gespräch, hakt nach und versucht, beide Parteien auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Als Voraussetzung für eine solche Eheberatung gilt allerdings, dass sich beide Eheleute auf eine solche Beratung einlassen. Wer zu einer Paarberatung geht, darf auf die Hilfe eines Beraters in der Form hoffen, dass dieser das Gespräch zwischen beiden Parteien leitet, den Kontext erforscht und außerdem gemeinsam mit dem Paar Lösungen sucht sowie Problemlösungstechniken näher bringt.

Eine Partnerberatung sollte von Paaren nicht als notwendiges Übel zum Glück, sondern als Chance auf eine erfüllte Beziehung verstanden werden. Wichtig ist es doch, dass beide Partner an diese Chance glauben und einander diese Chance geben wollen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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