eheversprechen
© dreamfoto2010, depositphotos.com

Zunächst einmal eine erfreuliche Nachricht: 2015 gab es 2,1 % weniger Ehescheidungen als im Jahre 2014. Was auf den ersten Blick positiv erscheint, ist aber in Wirklichkeit eher ein sehr trauriges Ergebnis. 1960 lag die Scheidungsrate bei gerade einmal 10,66 %. Sie wuchs stetig an bis 2005 (51,92 %) und fällt seit dem sehr leicht bis auf heute 44 % ab.

Das heißt, dass heute fast noch jede zweite Ehe geschieden wird. Da muss man sich doch wirklich fragen, ob die heutige Form der Ehe noch zeitgemäß ist. Bei jedem anderen Vertrag würde man sich ernsthaft Gedanken machen, wenn in über 40 % der Fälle der Vertrag nicht eingehalten würde.

Während unsere Eltern noch in viel engere Verhaltensformen gepresst wurden, der Mann muss arbeiten und die Frau das Haus versorgen und Kinder gebären, gibt es heute viel mehr Möglichkeiten sich wieder zu trennen. Es viel einfacher zu heiraten, weil es gerade passt und man Steuern sparen will. Ein fataler Fehler, wenn man sich die Scheidungsraten der letzten Jahre anschaut. Dabei ist die Ehe traditionell eine dauerhafte Verbindung zwischen Mann und Frau. Normalerweise sollte sie erst mit dem Tod des Ehegatten enden.

Die Emanzipation spielt eine große Rolle bei der Scheidungsrate. In den letzten Jahrzehnten bekamen Frauen mehr Rechte und Möglichkeiten einen Beruf auszuüben. Eine sehr positive Tendenz, wenn man sich die Rechte und Möglichkeiten der Frauen vor 1950 vor Augen hält. Es gibt heutzutage praktisch keinen Beruf mehr, den eine Frau nicht ausüben kann. Dementsprechend ist sie auch nicht mehr so abhängig von dem Ehemann, wie noch vor 60 Jahren. Das ist bestimmt einer der hauptsächlichen Gründe, warum es heute viel mehr Scheidungen gibt. Wo früher die Ehefrauen keine Möglichkeit hatten sich von ihrem Gatten zu trennen, durch sozialen Druck und Verdienstmöglichkeiten, bieten sich heute viel mehr Möglichkeiten.

Trotzdem scheint es, dass der Bund der Ehe heutzutage nicht mehr so ernst genommen wird wie in der Vergangenheit. Es mag auch sein, dass der Druck von der Kirche nicht mehr so dominant ist wie früher. Trotzdem fehlt es immer mehr an der moralischen Bindung für den Bund fürs Leben.

Ehe auf Probe

Heiss diskutiert ist die sogenannte Ehe auf Probe. Es geht dabei nicht um einen Ehevertrag der auf Probe abgeschlossen wird, sondern das Zusammenleben als Test für die spätere Ehegemeinschaft. Viele Paare entscheiden sich zunächst für diesen Weg, um das Zusammenleben auszuprobieren und sich aneinander zu gewöhnen. In dieser Zeit kann man erfahren, ob man wirklich auf Dauer zusammenpasst und die vielen Alltagsprobleme kein Hindernis darstellen. Ein weiterer Grund für die Ehe auf Probe sind Kinder. Sie sind meistens die Geschädigten, wenn sich ihre Eltern wieder trennen. Durch die Probezeit weiß man, dass die Bindung noch nicht endgültig ist und so wird der Kinderwunsch vielleicht noch zurückgestellt.

Da diese Bindung „Ehe auf Probe“ heißt, ist das Ziel natürlich klar. Doch wann sollte man den entscheidenden Schritt wagen und schließlich heiraten? Wann ist man sich sicher, dass die Partnerschaft ein bestimmtes Niveau erreicht hat, um auch dauerhaft in einer Ehe zu bestehen?

Fragt man die Kirche, dann sollte man auf die Ehe auf Probe verzichten und sofort heiraten. Denn auch spricht einiges dafür, dass sich lockere Partnerschaften vor der Ehe sowie häufiges Wechseln des Partners später auch negativ auf das Eheleben auswirken und im schlimmsten Fall zu Scheidungen führen können. Denn wenn man bereits vorher gelernt hat sich auch schon bei kleinen Problemen vom Partner unkompliziert zu trennen, so wird auch eine Eheschließung nichts an dieser Einstellung ändern.

Wann ist also die richtige Zeit zum Heiraten?

Es gibt also Vor- und Nachteile einer Ehe auf Probe. Wenn man die Zeit benötigt, um den Partner kennen zulernen, dann sollte man sich diese Zeit auch nehmen. Zu lange warten kann aber auch nachteilig sein, denn durch die lose Ehe oder Ehe auf Probe wird man sich an das Zusammenleben ohne das Eheversprechen gewöhnen. Wird dann nach einigen Jahren oder Jahrzehnten erst geheiratet, kann dieses neue und vielleicht auch beengende Gefühl ungewollt zur Scheidung führen, wie es immer wieder einige Paare erleben müssen.

Das wichtigste ist also, dass beide glücklich sind, und ebenfalls den Wunsch haben zu heiraten. Dieses Gefühl kann sich nach Monaten, aber manchmal auch nach Jahren entwickeln. Ist dieser Wunsch aber da, so sollte man nicht warten, sondern der Beziehung diese Chance geben und den Bund der Ehe eingehen. Denn egal was die Statistiken sagen oder vorhersagen, letztendlich hat man die Zukunft selbst in der Hand.

Kommentar verfassen