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Das richtige Gleichgewicht zwischen Job und Freizeit zu finden wird für viele immer wichtiger. Auch viele Unternehmen haben die Bedeutung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance für motivierte und belastbare Mitarbeiter längst erkannt. Für die Y-Generation ist ihr persönliches Wohlbefinden häufig wichtiger als Geld und Prestige. Downshifting ist ein mutiger Schritt, bei dem man sich bewusst gegen Karriere und für mehr Freizeit entscheidet.

Immer häufiger hört man von der sogenannten Work-Life-Balance, die im Job immer wichtiger wird. Es geht dabei um ein Gleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit.
Viele Firmen haben erkannt, dass die Ausgeglichenheit ihrer Mitarbeiter wichtig ist und eine Voraussetzung für deren Motivation und Leistungsfähigkeit darstellt.
Permanente Erreichbarkeit ist ein Stress, den viele Firmen ihren Mitarbeitern nicht mehr zumuten möchten. Sie möchten, dass Urlaub und Freizeit dazu genutzt werden wirklich vom Job abzuschalten und zu entspannen, um dann während der Arbeitszeit wieder leistungsfähig zu sein.

Diese Entwicklung ist vor allem in Toppositionen neu. Daimler überraschte im Jahr 2014 mit der Einführung eines neuen Tools, das die E-mails von Mitarbeitern, die im Urlaub sind, automatisch aus deren Mailbox löscht und an eine Vertretung schickt. Der Blackberry von Büroangestellten bei VW stellt sich nach Ende der Arbeitszeit automatisch ab und erst am nächsten morgen wieder an, um zu verhindern, dass sich die Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit mit dem Job befassen.

Im Gegensatz zu dem Begriff „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, bei dem es mehr um die notwendigen Voraussetzungen geht, die der Staat oder der Arbeitgeber erfüllen muss, um einem Arbeitnehmer zu ermöglichen Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen, zum Beispiel Angebote der Kinderbetreuung, bezieht sich Work-Life-Balance eher auf die persönliche Einstellung. Es geht darum, sich so zu organisieren, dass man zum Beispiel die Abende und Wochenende frei hat, um das zu tun was einem Spaß macht und außerhalb des Jobs Erfüllung bringt. Die Idee ist, dass auch Singles ohne familiäre Verpflichtungen einen Ausgleich zum Job und mehr Freizeit für das eigene Wohlbefinden brauchen. Der Ansatz der Arbeitgeber ist, dass ausgeglichene Mitarbeiter mehr leisten und weniger häufig krankheitsbedingt fehlen.

Dieser Trend geht einher mit der Tatsache, dass immer mehr Menschen auf ihre Gesundheit achten, gesunde Ernährung und Sport eine immer wichtigere Rolle im Leben der Menschen spielen.

Ein gutes Zeitmanagement ist bei Work-Life-Balance von großer Bedeutung. Oft können Überstunden vermieden werden, indem man sich seine Zeit während der regulären Arbeitszeit besser strukturiert und einteilt.

Downshifting

Auch der Begriff Downshifting fällt in diesem Zusammenhang immer wieder. Hier geht es darum, den Arbeitsumfang zu reduzieren. Jeder träumt von einem Leben mit weniger Stress, Downshifter wagen diesen Schritt und verzichten auf Karriere und das große Geld. Zu Downshifting gehört beispielsweise die Arbeitszeit zu verkürzen, also weniger Überstunden zu machen oder sogar auf Teilzeitarbeit umzusteigen, um mehr Freizeit zu haben, aber auch eine Beförderung oder eine Topposition auszuschlagen, da einem Freizeit wichtiger ist als die Karriere.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für dieses Lebensmodel. Natürlich muss die Entscheidung für ein Downshifting genau überlegt sein und kommt auch sicher nicht für jeden in Frage, denn meistens entscheidet man sich damit gegen die verheißungsvolle Karriere. Auch muss gut überlegt werden, ob dieses Model finanziell überhaupt eine Option ist. Ob man bereit ist, für mehr Freizeit auf Prestige und mehr Anerkennung im Job zu verzichten und weniger zu verdienen, will gut überlegt sein. Aber immer mehr Menschen sind dazu bereit auf viele materielle Dinge und Luxusgüter bewusst zu verzichten, wenn sie dafür freier über ihre Zeit verfügen können.
Während es früher darum ging, eine möglichst steile Karriere vorzuweisen, ohne Lücken im Lebenslauf, geht es der Y-Generation mehr um ihr eigenes Wohlbefinden. Freizeit und Auszeit vom Job nehmen hier einen immer größeren Stellenwert ein. Sabbaticals sind eine Möglichkeit zur Auszeit, die immer häufiger genutzt werden.

Jobsharing

Eine Möglichkeit des Downshifting ist Jobsharing. Dies ist ein Model bei dem sich zwei Kollegen eine Stelle teilen. Auch hochqualifizierte Angestellte verzichten heute häufiger auf die Chance auf große Karriere entscheiden sich für Jobsharing, um mit einem Partner zusammen eine Vollzeitstelle zu besetzen. Ein großer Vorteil des Jobsharing im Vergleich zu einem regulären Teilzeitjob ist die Flexibilität mit der zwei Kollegen sich ihren Job einteilen können und sich gegenseitig vertreten können. Eine gute Absprache ist dafür natürlich unerlässlich. Auch die Arbeitsfelder sind beim Jobsharing häufig interessanter als bei echter Teilzeit, da es sich um eine komplexe Stelle handelt, daher ist auch die Bezahlung oft interessanter.

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