Vater sein
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Mütter sind diejenigen, die ihr Kind 9 Monate lang unter dem Herzen tragen und mit ihm so natürlicherweise eine engere Verbindung haben. Diese Tatsache lässt sich besonders im ersten und größtenteils im zweiten Lebensjahr verstärkt feststellen, denn in diesem Zeitraum ist das Baby mehr mutterorientiert – sowohl psychisch, als auch emotional. Die Zeit der Väter kommt gewöhnlicherweise erst mit dem dritten Lebensjahr und damit kommen auch verschiedenste Herausforderungen auf ihn zu.

Lernen, damit zu leben, dass Sie erst an zweiter Stelle kommen

Da Kinder von Natur aus mehr mit der Mutter verbunden sind, nimmt ein Kind diese Aufteilung mehr oder minder schon in der frühen Kindheit wahr und muss erst lernen, sich auch am Vater zu orientieren. Dieser Umstand ist für die Väter leider nicht sehr einfach, denn, meistens geschieht dieser Prozess auf natürliche Weise und der Vater kann nicht wirklich einen gezielten Einfluss darauf ausüben. In den ersten zwei Lebensjahren werden Babys von den Müttern gestillt, gewickelt, meistens spielen auch die Mütter mehr mit ihnen als die Väter, sodass sie ein innigeres Verhältnis zu den Müttern aufbauen.

Dieser Zustand kommt auch daher, weil meistens Väter diejenigen sind, die berufstätig sind, wenn sich die Mütter noch in Mutterschaftsurlaub befinden und so weniger Zeit mit dem Kind verbringen. Das Kind lernt also schon im frühesten Alter, dass die Mutter seine nahestehendste Bezugsperson ist und wird sich meistens an sie wenden, wenn es was braucht.
Der zweite Grund ist, dass Väter auch manchmal mit der neu entstandenen Situation überfordert sind, denn meistens kennen sie die Aufgaben und Pflichten nicht, die so ein Vatersein mit sich bringt. Manche reagieren auf diese Überforderung so, dass sie sich noch mehr in ihre Arbeit verkriechen und somit noch weniger Zeit für die Familie und das Baby bleibt.

Sich Zeit lassen

So mancher Vater wird oft frustriert sein, weil er auf verschiedenste Weisen versucht, sich seinem Kind zu nähern, dieses aber immer wieder sofortigen Trost bei der Mutter findet, wenn es bspw. weint, etwas haben möchte oder ein Bedürfnis hat, was in dem Moment nur die Mama befriedigen kann.

Lassen Sie sowohl sich als auch dem Kind Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass auch der Vater diesen verschiedenen Anforderungen gerecht werden kann. Dieses kann eine Weile dauern und braucht Ihre grenzenlose Geduld. Die Mutter ist immerhin in den ersten zwei Lebensjahren die wichtigste Person im Leben des Kindes und es muss sich erst daran gewöhnen, dass auch Sie, der Vater, eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen. Das wird voraussichtlich schon mit dem dritten Lebenjahr passieren und Sie werden überrascht sein, wie sie Ihre kleine Prinzessin / Ihr kleiner Prinz mit einem mal als Ihren absoluten König und Helden ansehen wird.

Bezüglich Arbeit Kompromisse finden

Die Zeit, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verbringen, ist von wesentlicher Bedeutung für die Bindung mit ihm. Heutzutage werden viele Eltern mit Unmengen von Arbeit geradezu überschüttet. Sie möchten natürlich für den Lebensunterhalt der Familie sorgen, man muss aber achtgeben, dass man es möglichst nicht übertreibt. Man kann bspw. die Überstunden kürzen, falls das möglich ist. Oder, wenn man die Möglichkeit hat, etwas von zu Hause aus zu erledigen, anstatt zur Arbeit zu gehen, sollte man diese unbedingt nutzen.

Vor allem in der frühen Kindheit ist es von Bedeutung, dass sich das Kind an die Anwesenheit des Vaters gewöhnt, denn so wird es schon eine unbewusste Beziehung zu ihm aufbauen.

Sich von der Angst befreien, etwas falsch machen zu können

Vor allem junge Väter haben dieses Problem. Sie sehen, wie sich die Mutter um das Neugeborene kümmert, wie sie aufeinander reagieren und alles scheint in seinen Augen perfekt. Viele meinen „Das könnte ich nie schaffen!“ und sind von der Angst überwältigt, alles falsch zu machen, was man nur falsch machen kann. Lösen Sie sich davon! Denn, seien wir mal ehrlich – so vieles kann man da nicht wirklich falsch machen und es ist sowieso alles eine Frage der Übung und der Gewohnheit. Wenn der einzige Grund dafür, dass Sie nichts machen, der ist, dass Sie Angst haben, etwas falsch zu machen, dann verpassen sie sicherlich die wertvolle Gelegenheit, eine nahe Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen.

Sich an die eigene Kindheit erinnern

Manche tun dies mit Freude, manche schauen mit Wehmut auf ihre Kindheit zurück und wieder andere denken überhaupt nicht gerne daran, weil ihre Kindheit meist von weniger angenehmen Ereignissen geprägt war. Zwingen Sie sich aber dazu! Meistens nehmen wir uns vor, es anders als unsere Eltern zu machen. Lassen Sie dies einen Leitfaden sein, der Ihnen in der Erziehung Ihrer eigenen Kinder helfen wird.

Denken Sie aber nicht nur an Negatives! Erinnern Sie sich an all das, was Sie gerne mit Ihren Eltern gemacht haben. Oder, was Sie mit dem Onkel, der Cousine oder den Nachbarn unternommen haben und was Ihnen Spaß gemacht hat. Vieles davon haben Sie bestimmt schon vergessen, aber sicher erinnern Sie sich noch an einige Dinge. Diese Dinge sind genau diejenigen, die bestimmt auch bei Ihrem Kind einen bleibenden Eindruck hinterlassen werden.

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