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Wenn der Partner Kinder mit in die Partnerschaft bringt, birgt das häufig ein hohes Konfliktpotential. Das Zusammenleben birgt einige Probleme. Vor allem Frauen leiden unter Schuldgefühlen, wenn Sie die Kinder des Partners nicht lieben können wie ihr eigenes Kind.

Oft denkt man, da man seinen Partner liebt, muss man automatisch auch dessen Kinder lieb haben und leidet dann unter Schuldgefühlen wenn dies nicht der Fall ist. Oft ist es aber so, dass man die Kinder des Partners nicht auf den ersten Blick lieb gewinnt. Egal wie sehr man seinen Partner liebt, ist es möglich dass man dessen Kinder nicht mag oder sie einem nicht sympathisch sind. Das ist menschlich und man sollte sich deshalb nicht schlecht fühlen.

Man verliebt sich schließlich in den Partner und entscheidet sich für ihn, nicht aber für dessen Kinder.

Den Partner mit dessen Kindern teilen zu müssen, ist –gerade wenn man frisch verliebt ist- nicht immer leicht. Außerdem ist das Kind des Partners für uns auch oft eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass der Partner zuvor in einer anderen Beziehung war.

Häufig denken Frauen, sie müssten die Kinder ihres Partners wie ihre eigenen Kinder lieben und fühlen sich wie die böse Schwiegermutter, wenn sie sich nicht mit den Kindern des Partners verstehen. Tatsache ist aber, dass man Liebe nicht erzwingen kann. Die Gesellschaft erwartet von Frauen, dass sie für Kinder automatisch Muttergefühle entwickeln, auch wenn die Kinder nicht die eigenen sind. Oft aber lieben Frauen die Kinder des Partners nicht wie die eignen Kinder.

Es ist eher selten, dass man auf den ersten Blick Liebe verspürt, wenn man die Kinder seines Partners kennenlernt. Wichtig ist aber, dass man sie respektiert und ihnen Aufmerksamkeit schenkt und ihnen zeigt, dass man nur ihr Bestes will, mit der Zeit lernt man häufig die Kinder sehr zu schätzen. Daraus kann sich Liebe entwickeln. Dies braucht aber Zeit und man sollte sich nicht unter Druck setzten oder sich Schuldgefühle einreden.

Das offene Gespräch mit dem Partner suchen

Wenn man sich mit dem Kind des Partners nicht versteht, birgt das natürlich ein hohes Konfliktpotential für die Beziehung und kann zur Trennung führen. Der Partner liebt sein Kind und wenn er merkt, dass Sie dies nicht tun, kann er sehr verletzt reagieren. Ein gutes Verhältnis vorzuspielen, nutzt niemanden etwas. Kinder merken auch sehr schnell, wenn Zuneigung gespielt ist und man verliert dadurch ihr Vertrauen, auch ihr Partner wird merken, dass Sie sich nicht wohlfühlen im Umgang mit dem Kind und auch Ihnen ist nicht geholfen, wenn Sie das Problem verdrängen. Daher ist ein offenes Gespräch mit Ihrem Partner wichtig. Sprechen Sie Probleme an. Sie sollten ehrlich mit Ihrem Partner darüber sprechen, welche Rolle Sie im Leben seines Kindes spielen möchten und was er umgekehrt von Ihnen erwartet.

Sinnvoll ist es, die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche mit dem Partner klar abzustecken. So können Sie ihm zum Beispiel sagen, dass Sie kein Problem damit haben für das Kind zu kochen oder mit ihm spazieren zu gehen, dass die Gute-Nacht-Geschichte oder das Kuscheln aber anfangs lieber Ihr Partner übernehmen sollte.

Oft ist man auch mit dem Erziehungsstil nicht einverstanden und würde sein eigenes Kind anders erziehen. Ein bestimmtes Verhalten und Benehmen des Kindes kann einem missfallen, aber man traut sich häufig nicht sich in den Erziehungsstil des Partners einzumischen. Es hilft, wenn man mit dem Partner einige Grundregeln bespricht, die beispielsweise in Ihrem Haushalt gelten sollten.

Eine schwierige Situation auch für das Kind

Auch die Kinder können es einem manchmal sehr schwer machen und deutlich zu verstehen geben, dass sie gegen die neue Beziehung sind. Ein Kind hat oft Angst die Liebe des Elternteils an Sie zu verlieren und reagiert dann eifersüchtig oder aggressiv. Dies sollten Sie auf keinen Fall persönlich nehmen. Die Ablehnung des Kindes bezieht sich meist auf die Rolle, die Sie im Leben des Vaters oder Mutter des Kindes einnehmen und nicht auf Ihre Person. Die Aggressivität des Kindes zeugt von Unsicherheit und Angst. Nun liegt es an Ihrem Partner und Ihnen dem Kind diese Unsicherheit zu nehmen, indem Sie ihm versichern, dass sich an der Liebe der Eltern zum Kind durch die neue Situation nichts ändern wird. Es ist viel Einfühlungsvermögen gefragt. Je jünger das Kind desto problemloser wird es sich an einen neuen Partner des Elternteils gewöhnen. Haben Kinder aber die Trennung ihrer Eltern schon bewusst miterlebt, dann sind sie dadurch tief verunsichert worden und die neue Familienkonstellation verunsichert sie dann erneut. Seien Sie also geduldig und einfühlsam im Umgang mit dem Kind.

Auch das Verhältnis zum Ex-Partner spielt eine Rolle

Sehr hilfreich ist auch ein gutes Verhältnis oder zumindest ein Kontakt zu dem zweiten Elternteil des Kindes.

Der Ex-Partner kann durch die Trennung verletzt sein und versuchen über das Kind Einfluss auf die neue Familie zu nehmen. Das macht es dem Kind extrem schwer mit der neuen Situation umzugehen und es hat das Gefühl beispielsweise seine eigene Mutter zu hintergehen, wenn es sich gut mit der neuen Frau des Vaters versteht. Daher ist es sehr wichtig, dass man versucht ein respektvolles Verhältnis zum Ex-Partner zu haben, damit das Kind nicht das Gefühl hat, sich für eine Familie entscheiden zu müssen.

Außerdem sollte man den Ex-Partner nie vor dem Kind kritisieren, das würde das Kind in einen Zwiespalt versetzten. Der Vater sollte seinem Kind erklären, dass die Tatsache, dass es eine neue Frau an seiner Seite gibt nicht bedeutet dass er weniger Liebe für sein Kind empfindet. Ein sensibler Umgang mit dem Thema ist wichtig, damit das Kind den neuen Partner nicht als „Störfaktor“ in der Familie betrachtet und ihm die Schuld an der Trennung der Eltern gibt. Für das Kind ist es schwierig zu akzeptieren, dass es eine neue Person im Leben eines Elternteils gibt, wenn es das Gefühl hat, oft das dritte Rad am Wagen zu sein, daher kann es auch helfen, wenn das Kind auch Zeit alleine mit seinem Elternteil verbringt und Sie die beiden für gewisse Aktivitäten alleine lassen. Das stärkt die Beziehung zwischen dem Elternteil und dem Kind.

Wenn man aber merkt, dass man mit der Situation wirklich überfordert ist und leidet, dann kann man sich Hilfe bei Familienberatungsstellen holen.

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