mobbing in schule
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Von Mobbing sind mittlerweile immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen, weshalb der Gang in die Schule für sie zu einem Alptraum wird. In vielen Fällen ziehen sich Kinder erst einmal zurück, bevor sie es den Eltern oder Lehrern mitteilen und klagen häufig über Magen- oder Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit.

Sie erfinden nicht nur alle Arten von Ausreden, um nicht mehr in die Schule zu gehen, sondern auch für beschädigte Gegenstände oder Verletzungen. Die Leistung fällt in der Schule rapide ab. Es ist für Eltern sehr wichtig, auf diese Alarmsignale zu achten. Mobbing in der Schule ist weit mehr, als nur ein Konflikt mit einem Klassenkameraden, denn in vielen Fällen werden Streit und Beleidigungen zu einem Dauerzustand. Nur wenige Opfer haben ausreichend Mut, ihren Eltern die Situation in der Schule zu erzählen. Sie haben Angst vor der Rache der Mobber oder auch vor den Konsequenzen, wenn sich die Eltern und Lehrer einmischen, denn die Lage kann sich bei falschen Reaktionen auch noch verschlimmern. Besteht der Verdacht auf Mobbing, dann müssen Eltern richtig reagieren können. Die Kinder sollten behutsam ermutigt werden, über ihre Probleme in der Schule zu sprechen. Es bringt nichts, wenn sie von den Eltern hierzu unter Druck gesetzt werden, da sie sowieso schon einer sehr großen emotionellen Belastung ausgesetzt sind. Sie müssen sich von ihren Eltern geliebt fühlen und das Gefühl bekommen, dass sie auch wirklich verstanden werden.

Mein Kind wird gemobbt, was ist zu tun?

Wird der Verdacht von Mobbing durch das Kind bestätigt, dann ist  höchste Zeit zum handeln. Es bringt überhaupt nichts, wenn man sich gleich an den Täter oder an die Eltern vom Mobber wendet. Sucht man ein Gespräch mit dem Mobber, dann ist dies ein Zeichen, dass sich das Kind nicht alleine wehren kann. Die sowieso schon angespannte Situation kann sich dadurch nur noch verschlimmern, da das Kind als Petzer dasteht. Sicherlich kann man auch versuchen, sich an die Eltern vom Täter zu wenden. Aber seien wir doch einmal ehrlich, als Eltern versucht man seine Kinder so gut wie möglich zu schützen und ein Streit unter den Eltern bringt auch keine Hilfe bei Mobbing. Das Beste was man machen kann, ist mit den zuständigen Lehrern oder der Schulleitung zu reden. Wichtig dabei ist, dass man sich für das vorstehende Gespräch  gut vorbereitet und auch in der Lage ist, ruhig und sachlich nach einer optimalen Lösung zu suchen. Gute Anlaufstellen für Mobbing sind in der Regel auch die Schulpsychologen oder Beratungslehrer.

Eine konkrete Strategie gibt es bei Mobbing leider nicht, da jeder Fall und natürlich auch jedes Kind verschieden ist. In der Regel arbeiten Eltern, Lehrer und Berater an einer individuellen Lösung. Die meisten Kinder allerdings ziehen einen Schulwechsel vor. Entschließt man sich für diese Alternative, dann muss die Schulleitung oder der Klassenlehrer unbedingt über die Vorfälle in der vorherigen Schule informiert werden. Die Lehrer können dadurch schon von Anfang an für eine leichtere Integration sorgen, indem z.B. das gemobbte Kind neben die beliebtesten Schüler gesetzt werden.

Was bringt die Beratung im Fall von Mobbing?

Inwiefern eine professionelle Beratung für Kinder hilfreich ist, liegt an den Schülern selbst. Eltern können auf jeden Fall davon profitieren, aber fühlen sich die Kinder dort unverstanden oder einfach nicht wohl, dann sollten sie auch nicht dazu gezwungen werden. Allerdings gibt es im Internet viele Foren über dieses Thema. Es kann durchaus hilfreich sein, das Kind darauf aufmerksam zu machen, damit es sich mit anderen Opfern austauschen kann. Die Schüler werden dann schnell feststellen können, dass sie nicht die einzigen sind, die unter solchen Situationen leiden müssen, was für ihr Selbstwertgefühl sehr wichtig ist. Sie fühlen sich dadurch nicht mehr alleine, wenn sie mit anderen Kindern offen und frei darüber reden können.

Die Opfer von Mobbing fühlen sich absolut hilflos und das ist übrigens nicht nur bei Kindern der Fall. Auch Erwachsenen fällt es sehr schwer, einen ruhigen Kopf zu behalten, wenn sie ständig mit Absicht geärgert oder beleidigt werden. Es ist also ganz normal, dass dadurch das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl darunter leidet. Zusätzlich zu der Hilflosigkeit stellt sich dann meistens auch Scham ein, da es für jeden Mensch peinlich ist, wenn man öffentlich zum Opfer gemacht wird. Kindern sollte auf jeden Fall Mut zugeredet werden, damit sie leichter aus ihrer Opfer-Rolle ausbrechen können. Sie müssen lernen wieder aktiv zu werden, um sich zu wehren. Je eher einem Mobber gezeigt wird, dass man sich nicht alles gefallen lässt, desto besser.

Fazit

Mobbing ist nicht nur für Kinder eine extrem schwere Situation, sondern auch für die Eltern. Es ist deshalb sehr wichtig, dass man bei einer Aussprache mit dem Kind möglichst ruhig bleibt und sich nicht von unbeherrschten Gefühlen mitreißen lässt. Bricht man z.B. bei dem Gespräch als Mutter ständig in Tränen aus oder kann der Vater seine Wut kaum mehr beherrschen, dann wird dieses Verhalten sicherlich nicht viel dazu beitragen, dass sich das Kind in Zukunft an die Mutter wendet, wenn es Hilfe braucht. Kinder müssen sich nicht nur geliebt fühlen, sondern auch beschützt und vor allem auch hinreichend unterstützt.

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