maedchen junge
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Eine Frage, die schon seit jeher Ehepaare beschäftigt, ist eine Möglichkeit, das Geschlecht des Kindes zu bestimmen. In der Vergangenheit war dies nebst der Zeugungsfähigkeit und Fruchtbarkeit bei Mann und Frau oft auch eine Frage des Überlebens.

Ein männlicher Nachfolger bedeutete die Weiterführung der Blutlinie und bei Adeligen auch die Thronfolge. Weibliche Nachfolgen waren hierbei nicht immer erwünscht, da dies hieß eine Mitgift schüren, die bei der Hochzeit der Braut mitgegeben werden musste.

Auch heute ist es in manchen Kulturen eine Angelegenheit der ganzen Familie, während in den westlichen Gesellschaften das Geschlecht des Kindes diese Gewichtung nicht mehr hat. Und doch möchten manchmal Paare gerne Einfluss auf das Geschlecht nehmen. Gründe dafür gibt es verschiedene, aber die Frage bleibt immer noch die Gleiche: Ist es überhaupt möglich?

Wodurch wird das Geschlecht des Kindes bestimmt?

Um zu verstehen, wie das Geschlecht bestimmt wird, musste man auf die Entwicklung der Forschung auf diesem Gebiet warten. Schon im Moment der Zeugung wird das Geschlecht durch die X- und Y-Chromosomen bestimmt. Die Kombination XX bedeutet, dass es ein Mädchen wird, und XY, dass ein Junge das Licht der Welt erblicken wird. Während die Ei-Zellen immer das Chromosom X enthalten, können die Samenzellen sowohl das eine als auch das andere Chromosom enthalten. Wenn man nun bedenkt, dass bei jedem Samenerguss Millionen von Samenzellen auf den Weg geschickt werden, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass genau jene Samenzelle die Eizelle erreicht, die man sich wünscht. Es gibt jedoch eine weitere Erkenntnis, die dabei ein bisschen helfen könnte.

Die Samenzellen mit dem X-Chromosom sind etwas größer, träger und langlebiger, während die Samenzellen mit dem Y-Chromosom schneller, schwächer und kurzlebiger sind. Man kann mit der Methode des Eisprungkalenders den Zeitpunkt der Befruchtung beeinflussen. Wenn man etwa drei Tage vor dem Eisprung die Zeugung ansetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Mädchen wird, etwas größer und sollte man den Beischlaf einen Tag vor dem Eisprung ausüben, haben die Samenzellen mit dem Y-Chromosom eher die Chance, die Eizelle noch rechtzeitig zu erreichen, als die mit den X-Chromosomen, die langsamer sind.

Trotzdem kann man den Erfolg dieser Methode auf höchstens 70-75 % schätzen. Eine Garantie gibt es demnach nicht, dass man selbst einen Einfluss auf das Geschlecht des Kindes hat. Aber es gibt auch weitere Tipps, die unter Umständen positiv darauf wirken. Auf jeden Fall wird die Enthaltsamkeit des Mannes empfohlen, da sich dadurch die Samendichte erhöht und vor allem mehr männliche Samen entstehen.

Hausmittelchen und Expertentipps für die Beeinflussung des Geschlechts

In der Vergangenheit gab es oft sehr kuriose Bräuche, die angeblich das Geschlecht des Nachwuchses beeinflussen konnten. Zum einen hieß es im antiken Griechenland, dass sich der Mann beim Beischlaf nach rechts drehen soll, um einen Jungen zu zeugen und in westlichen Kulturen, wie in Frankreich, hofften die Männer in der jüngeren Geschichte mit dem Abbinden des linken Hodens dieses Ziel zu erreichen. Diese Hausmittel sind reines Aberglauben. Experten raten eher zu anderen, wissenschaftlich begründbaren Methoden, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen.

  • Die Stellung beim Beischlaf
    Wenn der Mann tiefer eindringen kann, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu zeugen, da der Weg für die männlichen Samen bis zum Muttermund verringert wird.
  • Falls man lieber ein Mädchen möchte, rät man dem Mann ein heißes Bad vor dem Geschlechtsverkehr, da damit angeblich die männlichen Samen verringert werden.
  • Bequeme Unterwäsche soll beim Mann die Samendichte erhöhen, somit wird empfohlen eher Boxer-Shorts zu tragen, als enge Slips.
  • Es ist nachgewiesen, dass im Sommer mehr Jungen gezeugt werden, das ist auch im Tierreich so. Man verbindet diese Tatsache mit den Lichtverhältnissen, die positiv darauf zu wirken scheinen.
  • Der Ph-Wert des Scheiden-Milieus soll Einfluss auf die Sterblichkeit der Samen haben. Bei alkalischem Scheidenmilieu sollen sich laut den Experten die männlichen Samen wohler fühlen, so kann man mit entsprechender Ernährung darauf hinarbeiten.

Wunschkind nach Maß

Egal, was man tut, eine Garantie gibt es nicht, dass man trotz all der empfohlenen Maßnahmen das Kind nach Wunsch bekommt. Auch Experten gehen nur von Wahrscheinlichkeiten und Statistiken in der Forschung aus. Auch wenn die Tipps weiter oben die Wahrscheinlichkeit erhöhen, bleibt das Geschlecht des Kindes dem Zufall, oder Schicksal, wenn man es so möchte, überlassen. Wenn man sich darauf versteift, all diese Methoden zu verfolgen, um das Geschlecht beim Kind zu beeinflussen, kann es zudem zu großer Enttäuschung kommen, falls es nicht so ausfällt wie erwünscht. Das kann auch im Anschluss auf das Verhältnis zum Kind Einfluss nehmen. Eine Empfehlung ist dahingehend, sich über das Kind zu freuen, egal welches Geschlecht es hat.

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