Deo Aluminium
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Seit einigen Jahren taucht ein Thema immer wieder in den Medien auf, galt jedoch bisher als sehr umstritten: Aluminium in Deos soll ein Auslöser von Brustkrebs und Demenz sein. Doch neue Studien lassen diesen Verdacht erhärten. Was ist also dran an dem Mythos von Aluminium?

Was macht das Aluminium überhaupt im Deo?

Deos, die das Schwitzen in der Achselregion unterdrücken, werden auch als Antitranspirant bezeichnet. Darin enthalten sind Aluminiumsalze wie Aluminiumchlorid oder Aluminiumchlorhydroxid. Diese Verbindungen haben zum einen einen antibakteriellen Effekt und verhindern somit den Schweißgeruch, welcher durch Bakterien ausgelöst wird. Zum anderen bewirken diese Salze eine Eiweißdenaturierung. Das ausgefällte Eiweiß verstopft die Schweißdrüsen mechanisch und verhindert so das Austreten der Flüssigkeit beim Schwitzen.

Aber auch in Lebensmitteln und im Trinkwasser befindet sich Aluminium. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht davon aus, dass jeder Mensch durchschnittlich zwischen 1 mg und 15 mg Aluminium täglich zu sich nimmt.

Vorsichtshalber wird deshalb dazu geraten, Körperpflegeprodukte mit Aluminium mit Bedacht zu verwenden und aluminiumhaltige Deos nicht direkt nach einer Rasur zu verwenden. Durch die winzigen Verletzungen der Haut kann das Aluminium dann nämlich noch leichter vom Körper aufgenommen werden.

Alternativen zu aluminiumhaltigen Deos

Aluminiumfreie Deodorants wirken meist durch Alkohol, welcher die Bakterien kurzfristig abtötet, und Duftstoffe, welche unangenehme Gerüche überdecken. Diese Produkte verlieren aber meist im Laufe des Tages ihre Wirkung und müssen gegebenenfalls mehrmals über den Tag verteilt verwendet werden. Aber wenn man nicht allzu sehr schwitzt, kann man auch mit diesen Deos sehr gut den unangenehmen Achselschweißgeruch bekämpfen. Die Produkte ohne Aluminium werden von allen namhaften Herstellern angeboten und tragen meist die Aufschrift „0% Aluminium“ oder „aluminiumfrei“.

Übermäßiges Schwitzen – Hyperhydrosis

Schwitzen ist eine normale, körperliche Reaktion auf Anstrengung oder Hitze. Sie hilft dabei, die Körpertemperatur zu regulieren. Bei manchen Menschen wird das Schwitzen jedoch zum Problem, da sie dauerhaft und ohne Grund axillären Schweiß absondern. Die Geruchsbelästigung und die feuchte Kleidung können für die Betroffenen zu einem starken Leidensdruck führen. Doch das übermäßige Schwitzen ist eine Erkrankung, sie heißt Hyperhidrose und kann gut behandelt werden.

Es gibt mehrere Methoden, um eine Hyperhidrose zu behandeln: Die Schweißdrüsen werden operativ entfernt oder durch Laserbehandlung und Botox-Injektionen stillgelegt.

Bei der operativen Entfernung werden die Schweißdrüsen mit einer speziellen Kanüle abgesaugt. Das Verfahren wird daher als Saug-Kürettage bezeichnet. Der Eingriff erfolgt ambulant und dauert etwa eine Stunde. Der Vorteil liegt darin, dass die Schweißdrüsen dauerhaft entfernt sind und dabei nur geringe Narben entstehen. Eine Regeneration kann allerdings erfolgen.

Wird die Hyperhidrose mittels Botox-Injektion behandelt, so werden die Nerven der Schweißdrüsen durch Botulinumtoxin blockiert. Dieses Verfahren muss jedoch jeweils nach einem halben Jahr wiederholt werden, da der Körper das Botox langsam abbaut.

Dr Pasel und Dr Kruess


Autoren des Gastartikels sind Dr. Jan Pasel und Dr. Christoph Krüss
Dr. med. Jan Pasel und Dr. med. Christoph Krüss leiten in der dritten Generation die seit 45 Jahren bestehende älteste Facharztpraxis für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Hamburgs. Gemeinsam bieten Sie das gesamte Spektrum der plastischen und ästhetischen Chirurgie mit den Schwerpunkten Gesicht, Brust und Körper an. Dr. med. Pasel hat den Vorsitz/Stellvertretenden Vorsitz des Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie inne und ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie. Dr. med. Krüss ist Kooperationspartner des Brustzentrums und Honorararzt für Plastische Chirurgie im Marienkrankenhaus Hamburg. Dr. med. Pasel ist die Leitung der onkoplastischen Chirurgie im Brustzentrum der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg.

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