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„Bin ich für eine stabile Beziehung reif?“ und „Welche Partnerschaft ziehe ich vor: die wilde Ehe oder die standesamtliche Trauung?“, dies sind ein paar Fragen, die sich die Jugendlichen früher oder später nachdenklich stellen. Jeder begründet dann seine Antwort anhand der Vorbilder seiner Eltern oder Bekannten, sowie seiner Eheauffassung nach.

Denn machen wir uns nichts vor. Das Ja-Wort zu sagen hat weitreichende Konsequenzen in unserer Lebensplanung. Aus diesem Grund sollte die Ehe gut überlegt sein. Sie bietet viele Vorteile, aber wir müssen auch einige Abstriche machen. Zudem ist sie kein loser Bund, den man von heute auf morgen wieder aufkündigen kann. Doch wann ist man reif für die Ehe? Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Denn ob man bereit für die Ehe ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Wann ist man bereit für die Ehe?

Ob man bereit für die Ehe ist, hängt von vielen Faktoren ab. Zur Ehe sollte man jedoch heranreifen. Die Geschlechtsreife ist aber noch kein Zeichen der sozialen und psychologischen Ehebereitschaft. So ist es schwer zu bestimmen, ob man mit 18 Jahren moralisch zur Ehe schon bereit ist oder sich das Erwachsenenleben immer noch mit Kinderaugen ansieht. Das Streben nach finanzieller Selbständigkeit verursacht die soziale und somit die wirtschaftliche Ehebereitschaft. Wenn man den Abschluss einer Bildungsinstitution hinter sich hat, wenn man einen Beruf schon sicher ausübt, dann heißt es, dass man zur Ehe sozial reif ist. Als Kernvoraussetzung der Eheharmonie und der Familienstabilität gilt die ethisch-psychologische Bereitschaft der zukünftigen Eheleute, die eine klare Vorstellung davon haben sollten, warum sie eigentlich heiraten und welche Familienbeziehungen sie aufbauen möchten.

Wilde Ehe als Alternative?

Was das Ehepaar fest bindet, ist gegenseitiger Respekt, gemeinsame Gestaltung eines glücklichen und dauerhaften Zusammenlebens und natürlich die Kinder, die das lieblichste Pfand der Ehe seien, weil sie das Band der Liebe erhalten. Aber manchmal auch wenn die Kinder da sind, ziehen viele Paare vor, die „wilde Ehe“ einzugehen. Die Rechtfertigung dafür wäre, dass man auf die Freiheit viel Wert legt. Dabei sollte die Freiheit nicht als Freiheiten verstanden werden. Freiheit ist von Gott, Freiheiten vom Teufel, lautet ein altes Sprichwort. Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet. Der Mensch ist dann frei, wenn er ein reines Gewissen hat.

So heißt es in einer eheähnlichen Gemeinschaft nicht, dass ein Partner unabhängig von den Wünschen und Bedürfnissen des anderen handeln darf. Auch solche Partner sind eine Familie, die Toleranz und Kompromissbereitschaft voraussetzt. Zwar sind sich solche Partner der Nachteile hinsichtlich Unterhalt, Steuern, Erbe und Sorgerecht in der Ehe ohne Trauschein bewusst, sie wollen bloß jegliche Spekulation und Drohung mit der Scheidung und Einkommensverteilung vermeiden, falls ihre Beziehung scheitert. Der Wunsch, die Liebe nicht besiegeln zu lassen, wird somit durch den Spruch gerechtfertigt, dass die Ehe am besten funktioniert, wenn beide Partner ein bisschen unverheiratet bleiben.

Akzeptanz schafft Stabilität

Wichtig ist es also, was jeder Mensch von einer Beziehung erwartet. Einer braucht Stabilität und Sicherheit, der andere einen gemeinsamen Haushalt. Jemand wünscht sich eheliche Kinder. Was aber als Axiom gilt, ist es, dass die Partner einfach gute Freunde sein sollten. Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt. Eine glückliche Ehe ist eine Ehe, in der die Frau ein bisschen blind und der Mann ein bisschen taub ist. Die Akzeptanz der Nachteile und Fehler des anderen ist ausschlaggebend vor und in der Ehe. Der Wunsch, besser in den Augen des Partners zu sein, ist recht lobenswert. Das gegenseitige Streben nach Vervollkommnung gilt als grundlegender Baustein in einer Beziehung. Umerziehen ist eine Illusion. Jeder sollte selber den Wunsch haben, sich zu verbessern. Wäre das auch der Sinn des Lebens? – Eine rhetorische Frage!

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