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In den Phasen vor, während und unmittelbar nach der Hochzeit geht es ja allen Paaren gut. Probleme existieren nicht, man schwebt auf Wolke 7 und alles scheint möglich. Doch wie geht ein Paar damit um, wenn erste “Schlaglöcher” auf dem gemeinsamen Weg entstehen?

Auf dem Weg ins Eheglück werden irgendwann kleine und große Hindernisse entstehen, welche je nach Situation viel Energie kosten können. Wenn beide Partner diese Stolperfallen als gemeinsame Aufgabe begreifen und bereit sind, aktiv daran zu arbeiten, sind die Voraussetzungen am besten.

grundlegende Kompetenzen zur Konfliktlösung fehlen

Viele Partnerschaften scheitern, weil es Menschen gibt, die nie gelernt haben, eine Beziehung zu führen. In einer Paarberatung zeigt sich häufig, dass grundlegende Kompetenzen nicht vorhanden sind. Wer eine Beziehung führt, muss z.B. in der Lage sein, mit dem Partner zu kommunizieren. Dazu gehört auch die Fähigkeit, einen konstruktiven Streit auszutragen. Oft fehlt es schon an grundlegenden Dingen. So ist es z. B. extrem wichtig, dass ein respektvoller Umgang stattfindet. Demütigungen, Vorwürfe und Gemeinheiten führen auf Dauer nur dazu, dass die Partner sich auseinanderleben. Daher werden solche Probleme, wenn überhaupt, erst dann thematisiert, wenn die Ehe in einer schlimmen Krise ist.

Probleme oftmals schon vor der Ehe

Recht überraschend ist die Nachricht über die Scheidungsrate kurz nach der Ehe. Tiefe Gründe sollte man dafür haben. Ein Partner kann sich doch plötzlich nach dem JA-Wort nicht vollkommen in einen anderen Menschen verwandeln. Abgesehen von Gewalt und Fremdgehen, sind die Trennungsursachen in der nicht ehelichen Beziehung herauszufinden. Versteckte Konflikte und eine gewisse Unzufriedenheit sollte vorher existiert haben. Einige Partner pflegen wirklich vor der Hochzeit manches zu verschweigen und drücken bei einigen Sachen ein Auge zu nur aus Angst den anderen zu verlieren. Die Hoffnung, dass es sich irgendwie von selbst ändern wird, ist recht unvernünftig. Viele Menschen ahnen erst, wenn sie bereits verheiratet sind, welcher Typ Mensch perfekt zu ihnen passt. Bei den meisten ist es dann oft leider zu spät für einen Neuanfang – das glauben sie zumindest – und manche bleiben in einer unglücklichen Ehe bis zum bitteren Ende. Guter Rat ist hier meist teuer: Denn je jünger man beim Kennenlernen ist, umso weniger inhaltliche Ansprüche stellt man an den Partner. Wenn die Partner dann zusammen keine richtigen Auswege finden können und wenn sie doch weiter zusammmen bleiben wollen, dann ist eine Beratung sinvoll. Je früher eine Eheberatung eingeschaltet wird, desto besser sind deren Erfolge.

Eheberatug schon vor der Ehe?

Eine Eheberatung sollte bei Problemen schon vor der Ehe stattfinden. Man spricht dann zwar genau genommen von einer Paarberatung, da man noch nicht verheiratet ist. Doch im Endeffekt ist dies schon eine Eheberatung, da man zusammen den Bund der Ehe eingehen möchte. Bei einer solche Beratung kann viel Schaden abgewendet werden. Vielleicht wird bei einer Beratung auch deutlich, dass eine Ehe keine gute Idee ist. Das wäre zwar bedauerlich, aber immer noch besser als eine unglückliche Partnerschaft. Bei einer Paarberatung werden wichtige Fragen gestellt, die vielleicht von einem verliebten Paar übersehen werden. Es ist z.B. sehr nützlich, über die Erwartungen an eine Ehe zu sprechen. Wenn sich dabei zeigt, dass diese völlig unterschiedlich sind, gibt es einen erheblichen Klärungsbedarf. Zweckmässig ist es eben vor der Heirat solche Themen zu besprechen, wie die Aufgabenverteilung im Familienalltag, Familienbudget, Kinder, alte Freunde, alte Gewohnheiten, die Einmischung der Eltern in die frischgebackene Familie usw.

Jede Paarbeziehung braucht Wachstum und Engagement, wenn sie über Jahre lebendig bleiben will. Zwar gibt es eine ganze Menge von Tipps für eine glückliche Ehe, doch jedes Paar hat sein eigenes Eherezept, denn man muss glücklich sein, um glücklich zu machen. Und man muss glücklich machen, um glücklich zu bleiben!

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