Ist Fremdgehen heilbar | Beziehung | Forum

Avatar

Registrieren Sie sich bitte
Gast

Suche

— Forenumfang —








Start typing a member's name above and it will auto-complete

— Übereinstimmung —





— Forenoptionen —





Minimale Suchbegriff-Länge sind 3 Zeichen – maximale Suchbegriff-Länge sind 84 Zeichen

Registrieren Passwort vergessen?
Avatar
Member
Members
Level 0
Forenbeiträge: 13
Mitglied seit:
Aug 27, 2014
sp_UserOfflineSmall Offline
1
Sep 1, 2014 - 2:53
sp_Permalink sp_Print sp_QuotePost

Hallo Frauen und Männer,

hier erzähle ich meine Geschichte, in der Hoffnung, einen Kommentar zu erhalten, der mich wieder fröhlicher und zuversichtlicher werden lässt.
Wie viele andere auch in diesem Forum, lässt mir mein Unmut über das, was mir passierte keine Ruhe.
Auch wenn es heißt, dass traurige Gedanken keine rosige Zukunft, aber wohl einen miesen Tag bringen, drängend sich die traurigen Erinnerungen immer wieder hervor. Das offene Erzählen /Schreiben bringt Klarheit, sortiert diese Gedanken und ich kann sie bei Jemanden ablegen.
Leider birgt das auch die Gefahr, dass niemand darauf etwas zu sagen hat, also keine Idee aufschreibt, die mich weiterbringt und es birgt die Gefahr, dass jemand einen Kommentar dazu gibt, der mich vielleicht noch weiter „runter reißt“ also keine Lösung für mich aufzeigt.

Zu mir:
Mein Mann und ich beide um die 50 Jahre alt, seit 25 Jahren verh., drei große Kinder (wovon eines chronisch krank ist), Häuschen (das grad so viel Schulden birgt, wie eine normale Miete zu zahlen wäre), Ich habe die Haarfarbe altersbedingt von dunkelbraun zu grau gewechselt und färbe sie nicht mehr, da ich die Farben nicht vertrage. Dick bin ich immer noch nicht und trotz Bandscheibenvorfall sportlich geblieben, (mein Mann nahm leider etwas mehr an Gewicht zu) habe während unserer anfänglichen Beziehung damals mein Studium gegen einen Handwerksberuf getauscht, mein Mann studierte zu Ende.
Mit der Geburt unseres ersten Kindes blieb ich zu Hause, arbeite aber nun in Teilzeit für ein kleines Zubrot. Mein Mann ist der Hauptverdiener, er bringt die finanzielle Basis mit in unsere Familie.
Soweit so gut, alles in einem vernünftigen Rahmen, eine gute Basis für einen Familie, sollte man sich denken.

Insgesamt vertraute ich meinem Mann, das war ein schönes und sicheres Gefühl.

Vor vielen Jahren

wechselte mein Mann seine Stelle, damit er mehr Zeit für seine Kinder hat.
Nach ca. zwei/drei Jahren nahm er zusammen mit einer Arbeitskollegin an einem einwöchigen Seminar teil. Ich kannte seine Kollegin nicht, wusste nur, sie war verheiratet, drei Kinder, Häuschen, so alt wir, Haarfarbe blond und musste ebenfalls täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren. Schnell bildete sich eine sinnvolle Fahrgemeinschaft zur täglichen Arbeit. So hatte ich für Notfälle an manchen Tagen ein Auto zur Verfügung. Ich machte mir keine Sorgen.
Als mein Mann nach dem gemeinsamen Seminar mit seiner Kollegin wieder zu Hause war, schwärmte er ein bisschen von seiner Kollegin. Es ging ihm sehr gut, der Aufenthalt war besser als gedacht. Die Nächte aber ein bisschen kühl.
Danach rief die Kollegin bei uns nicht mehr über unser Haustelefon meinen Mann an (um irgendetwas wegen der Arbeit zu besprechen...), sondern sie telefonierten nur noch über sein Handy. Fand ich zunächst nicht weiter bedenklich. Mein Mann wurde nur zusehends nervöser. (Das fiel mir erst im Nachhinein auf).
Da ich andere Sorgen hatte, weil eines unserer Kinder zu der Zeit sehr krank wurde, hätte die Nervosität- seine Unruhe mit Arbeit und Schlafmangel…..zusammenhängen können. Er wurde zudem öfters krank. Ansonsten, so dachte ich, ist alles in Ordnung (außer, dass wir durch seine neue Stelle zunächst keinen Urlaub machen konnten, weil sein neues Gehalt um einiges weniger, als das vorherige Gehalt war und ich wegen des kranken Kindes keine Stelle annehmen, also die Gehaltslücke nicht auffangen konnte).
Seine Sätze waren dann oft geprägt von:… xx hat auch gesagt…, …xx hat mir heute erzählt…, …xx meinte dazu…, …xx gab mir den Tipp…, xx….
Sehr nervig, aber vielleicht normal, im neuen Job?

Eines Tages
trafen wir seine Kollegin zufällig auf einem Fest. Sie gesellte sich freudenstrahlend zu uns
und mein Mann sie plänkelten kurz über diesen tollen gemeinsamen „Urlaub“. Ich fand die Bezeichnung Urlaub unpassend für ein Arbeitsseminar und sagte dazu, dass „das doch kein Urlaub, sondern wohl eher Arbeit war“ und dachte gleichzeitig, wie schön es wohl wäre, wenn wir zusammen Urlaub machen könnten. Mein Mann strahlte die Frau an, die Frau strahlte meinen Mann an, dann sagte sie in den höchsten Tönen an mich gerichtet:
„ Ach vielen Dank, dass Sie mir Ihren Mann für diesen tollen Urlaub ausgeliehen haben!“ und strahlend sah sie meinen Mann direkt wieder in die Augen, er blickte genauso verliebt zurück (Oder sie hatten im „Urlaub“ eine seltene Pflanze gefunden und ihr Wissen meistbietend verkauft, oder heimlich im Lotto den Jackpot geknackt…) britzel, britzel, blinker, kisses from my eyes to yours….
Also, wenn Blicke etwas sagen, das war eindeutig.
Ich wand wieder ein: „Aber das war doch wohl eher Arbeit“ und hoffte gleichzeitig, dass mein Mann sagen würde, dass er Urlaub wohl nur mit seiner Frau machen würde und sich nicht ausleihen ließe. Eben die Situation retten würde.
Was sollte er retten, was ihm überhaupt nicht missfiel? Die Situation, das geflirte gefiel ihm, leider hatte er mich dabei vergessen/ übersehen. Ich hätte es selber sagen sollen! Leider war ich so verdattert, dass ich innerlich immer unsichtbarer wurde, bis ich den Eindruck hatte, ich hätte gehen können, keiner der beiden hätte es bemerkt.
Ich war höchstens noch geneigt zu sagen, dass ich dann ja mal lieber die Turteltäubchen zwecks weiterer Urlaubsplanung allein lassen sollte. Stattdessen blieb ich, unfähig etwas Kluges zu sagen, stehen und wollte mich weder in der Öffentlichkeit noch vor der Kollegin bloßstellen (irgendwie dachte ich, dass ich hier nicht die eifersüchtige Ehefrau spielen sollte, da mein Mann seine Arbeitsstelle noch braucht Stelle und erst seit kurzem hatte).
Danach hatte ich aber ziemlich die Nase voll von seinen Kolleginnen. Einige Jahre später wurden wir von einem männlichen Kollegen einmal eingeladen, wo dann auch eine andere weibliche Kollegin hinzukam. Ich habe die arme, glaube ich, wohl so giftig angeschaut, dass sie schnell wieder Leine zog. (Ich glaube noch nicht mal, dass sie eine Gefahr für unsere Familie war, sie war nur zufällig die erste Kollegin die mir übern Weg lief.) Ich Drache neben meinem süßen Lämmchen. UAAAAAH
Ich habe keine Lust auf meinen Mann aufzupassen, ich hatte auch zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, dass ich mit einem untreuen Mann seit vielen Jahren Seite an Seite lebe. Auch hatte und habe ich keine Lust allen Frauen, die mit meinem Mann irgendwie zu tun haben, zu erklären, dass ich Fremdgehen nicht dulde, um diese dann zu vertreiben.
Das ist nicht meine Aufgabe. Vertrauen nicht zu missbrauchen ist hier die Sache und Aufgabe meines Mannes, Misstrauen meinerseits unnötig zu machen.

Ich möchte vertrauen. Das Ereignis mit der ersten (?????) Frau hatte mir mein Vertrauen zunächst genommen. Ein klärendes Gespräch gab es nie, ich musste mich mit den Worten meines Mannes begnügen, dass diese Frau „nun einmal so ist“ wie sie ist.

Irgendwann
bekam ich mit, dass er einer weiteren anderen Frau, mit der er beruflich zu tun hatte, den beruflichen Briefwechsel plötzlich und für ihn unüblich mit Smileys versah. Die Frau war blond, alleinstehend, alleinerziehend, Diplomberuf, und lud ihn wohl zu einem Fest ein. (Zu dem er nicht ging, wir hatten an dem Tag zufällig selber etwas vor) Es gab sehr viele blink, blink, blink 😉 😉 in den Briefwechseln.
Das Smileygetue hörte erst auf, als diese Frau einen festen Partner hatte.
Offensichtlich hinterlässt mein Mann gerne den Eindruck ungebunden zu sein.

Es vergingen weitere einige Jahre

und im näheren Freundeskreis gab es ein nahestehendes Pärchen mit Kindern, die beide sehr nett waren und denen es eigentlich gut ging. Der Mann betrog seine Frau, zog die Konsequenz, verließ die Familie, unterstütze sofort weder seine Frau, noch seine Kinder , ließ sie förmlich hungern… es war sehr bitter und sehr traurig. Den Kontakt haben wir zu dem Mann mit passenden Worten abgebrochen, die Frau ist immer noch sehr gut befreundet mit uns, die nächsten beiden Weihnachten verbrachten wir gemeinsam. Insgesamt fielen wir alle aus allen Wolken und konnten nicht glauben, dass so ein netter Kerl nur noch Testosteron-gesteuert seine Familie derart behandelt und auch noch zulässt, dass seine neue Lebenspartnerin intime Details aus der langjährigen Ehe rumerzählt. Gebildet wie diese (Diplomabschluss Uni) eigentlich sein sollte… sehr traurig.

Für uns schien das das absolute Negativbeispiel, wie ein Mann mit seiner sehr loyalen und sehr netten Frau umgeht.
Mein Mann beteuerte mir damals so sehr, dass er das so miserabel fände und mich niemals betrügen würde.
Das war in Anbetracht der Angst die mich dann beschlich (an allen Ecken sah ich plötzlich Berichte von Midlife-Krisen der Männer und die Auswirkungen) sehr beruhigend.

Vor ca. vier Jahren

wollte mein Mann seine Karriereleiter hinaufklettern und nahm an einer über mehrere Monate dauernde Fortbildung teil.
Die Fortbildung war in einzelne Blöcke unterteilt und fand in einem Seminarhaus statt. Alle Seminarteilnehmer (Fortbildung, das Wort ist egal) übernachteten im gleichen Hotel.
Nach dem ersten Treffen kam mein Mann zu mir und verkündete stolz, dass die Leute super wären, sehr viele nette Leute, auch welche aus unserer Gegend und, dass er eine Mitfahrgelegenheit gefunden habe, damit mir für Notfälle (krankes Kind) unser Auto zur Verfügung steht.
Nach der ersten Mitfahrgelegenheitstour und dem dazugehörigen Hotel-Seminar-Aufenthalt sprach er von einer Seminarteilnehmerin, die gleichzeitig ebenso eine Mitfahrerin ist, bzw. er wurde öfters angerufen/ angesimst. Einmal nur zu Hause per Hausanschluss, dann nur noch über Handy, in SMS tauchte irgendwann nicht mehr sein vollständiger Name auf, sondern ein (harmloser) Kosename, sie wurde auch nur noch mit liebe (Kosename) und Liebe Grüße…. Angeschrieben und schrieb auch so zurück. Ok. Ich sagte meinem Mann, dass ich das ein bisschen merkwürdig fände. Er sagte nur dazu: so ist die Frau nun einmal …(Den Satz kannte ich schon). Hier dachte ich, er wäre vorgewarnt.
Schade, dass ich in seinen Nachrichten, die er an mich sendete wenn einer von uns unterwegs war, das …Liebe Bea …Liebe Grüße dein …. fehlten.
Ich wurde dann jedenfalls „hellhörig“.

Auf jeden Fall ging mir die Heimlichtuerei, wenn sie anrief, auf den Nerv.
Selbst als meine Schwiegermutter Ostermontag, die mich nicht so richtig mag, bei uns zu Besuch war, musste er dringend seine Seminaristin anfunken, obwohl diese in Urlaub war. Es gab etwas sehr wichtiges zu besprechen. So ließ er mich mit seiner Mutter an der Kaffeetafel allein zurück.
Danke, Mann!

Einige Wochen später hörte ich mitten in der Nacht das Handy meines Mannes in der Küche.
Da ich einen sehr leichten Schlaf habe, stand ich schlaftrunken auf und ging dem Geräusch nach. Wer Kinder hat, die flügge und Eltern, die nicht mehr die Jüngsten sind, der/die steht auch nachts auf, wenn das Telefon/ Handy vermeintlich klingelt.
Ich nahm mir also den vermeintlichen Wecker vor und schaute nach, wer uns und warum zu so später /früher Stunde eine Nachricht zukommen lassen wollte.
Hoppla - Was ich da las, riss mir den Boden unter den Füßen weg. Das gefiel mir als Ehefrau nicht. Ich wurde neugierig und stöberte noch ein bisschen im Handy, las alle SMS und sah mir alle Foto an.
Alle Fotos von mir und den Kindern waren gelöscht. Stattdessen fand ich Fotos der vermeindlichen „Urlaube“ und der Frau, Haarfarbe blond, im Kreise anderer Männer (angezogen natürlich;) die Männer aber Stinkefinger zeigend. HÄÄÄÄÄ? Was war das für eine Fortbildung?????). Ich erinnerte mich, dass mein Mann mit mir an einem der Abende telefonierte und mir erzählte wie schön und interessant es dort wäre und gerade jetzt im Sonnenuntergang wäre es sehr romantisch….
Ich hatte mich über das sehr nette Telefont damals sehr gefreut. Hätte ich denn ahnen können, dass der verliebte Klang nicht mir galt?

Also: Ich weckte meinen Mann und frug ihn, was das soll? Er wollte mir nicht antworten und stellte sich stur.
OK, schlecht gelaunt ging ich wieder schlafen.
Am nächsten Morgen stand er wie gewohnt auf und kurz bevor er aus dem Haus ging, kam er zu mir und sagte mir ziemlich wütend:
dass diese Frau seine beste Freundin wäre und ich ihm nicht dazwischen gehen könne!
Und außerdem hätte er sie ja noch nicht einmal umarmt! (SO, nun muss ich angeblicher Ehebrecher auch noch mal betonen, dass ich meine neue beste Freundin noch nicht einmal umarmt habe!)
Ufffffff
Einige lautstarke und sehr bedrückende Diskussionen weiter, sagte er mir einen Tag später: dass er das Recht auf seine neue beste Freundin hätte, mit der er so vieles besprechen, Musik hören und klönen kann. Ihre Augen faszinierten ihn, sie waren grün- blau und sagen so interessant „mongolisch“ (so so, aha). Sie konnte gut erzählen, er hatte das Gefühl ihr alles erzählen zu können, über Familie, über uns: Probleme die er vielleicht mit mir hat, mit ihr zu besprechen und von ihrer weiblichen Sicht zu profitieren, auch über seine Arbeit (seit dem Tag, an dem er mir das sagte, hatte ich keine Lust mehr, mir nur noch etwas von seiner Arbeit erzählen zu lassen, es gab für ihn kein anderes Thema)
Ich fand es furchtbar mir vorzustellen, dass mein Mann mit mir nicht offen redet, aber mit anderen Frauen im Bett liegend Tipps erarbeitet, wie er unsere Beziehung auf Vordermann bringen kann? Beste Freundin? Warum wollte er mit ihr ins Bett? Um zu reden??? Schon merkwüdig, davon auszugehen, dass ich dies Erklärung hinnehme.

In unserer bevorzugten Kaffeestube würde er sich nur mit ihr treffen, weil diese so schön zentral in der Mitte beider Wohnorte läge. (In genau diese Kaffeestube wollte er mit mir aus Kostengründen nie mehr hin, ich buk also für uns den Kuchen, selbstgekochter ist auch preiswerter. Auf unserer Terrasse hatten wir im selben Frühjahr für uns eine kleine lauschige Ecke zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingerichtet.) Hätte ich ahnen können, dass er das eingesparte Geld für seine geliebte braucht?
Sie sei ein paar Jahre jünger als ich (ich bin genau 15! Monate älter als mein Mann!) und mit ihr würde er sich so jung fühlen, Ja; er fühle sich mit ihr wie ein 18 jähriger (als er mit seiner damaligen großen Liebe zusammen war). Während er sich mit mir zusammen wie ein altes Paar fühlen würde.
Also 18 sind wir beide nicht, aber alt fühlte ich mich dahin auch nicht, aber erwachsen.
Jünger als ich? Sie war genau drei(!) Jahre jünger als ich, aber eben nicht älter als mein Mann, sondern eben auch jünger als er.
SOOOO jung? Ehrlich, bis dahin hatte ich kein Problem mit dem Alter. Unsere Kinder ziehen seitdem meinen Mann mit seinem „hohen“ Alter an jedem seiner Geburtstage auf. Sie waren nicht so klein, dass er auch sie verulken konnte. Er war auch nicht geschickt genug, seine „beste Freundin“ zu vertuschen.
Sein Recht auf eine Geliebte, so klärte ich ihn auf, hat er per Unterschrift vor Zeugen und Standesbeamten bei unserer Hochzeit abgelegt. Mein Recht wäre es nun, die Scheidung einzureichen! 😉
Mein Lieber Mann….Er wurde still und irgendwie ging ihm da wohl ein Licht auf.
Weiter erklärte ich ihm, dass ich auf gar keinen Fall eine Geliebte dulden werde und er sofort den Kontakt abbrechen müsse, wenn er keine Scheidung wolle.
Nein, scheiden lassen wollte er sich ja nie, er hat der Frau ja auch gesagt, dass er mich wohl noch zu sehr lieben würde, als er sie mit auf sein Hotelzimmer bat. Aha?

Ojeeee, das ist jetzt ca. vier Jahre her, mir klingt es mittlerweile wie eine Posse aus dem Heimattheater.

Ich weiß noch, dass mir damals die blanke Existenznot, tiefe böse Depressionen durch meinen Kopf gingen, ich mich umbringen wollte,…völlige Verzweiflung und jeglicher Verlust von Bodenhaftung plagten mich Wochenlang. Wochen, in denen die Gruselig!

Vier Jahre weiter und viele Diskussionen, nächtelange Gespräche mit dem Ziel unsere Beziehung zu retten:

Jeder Strohhalm, jedes Buch, gute Freunde, Liebesbeteuerungen meines Mannes, Entschuldigungen und eine Therapie seinerseits (wegen seiner Midlife-Depressionen), Verzicht auf Alkohol,………….. Und wunderschöne gemeinsame Stunden, Tage , Nächte, Urlaube, gemeinsame Zeit, immer wann es geht… Aber auch viele Tiefs weiter, viele Streitereien und einen –aus- dem –Haus –Wurf meinerseits (Mein Mann übernachtete dann bei anderen Kollegen, die nicht genau wussten worum es geht.) und der anschließenden Rückkehr….
Ein ständiges Auf und Ab, für die Kinder: GRAUENVOLL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aber mittlerweile kehrte mehr Ruhe ein, uns ging es wieder gut, konnten wieder gemeinsam lachen.

Der Mensch besteht aus seiner Vergangenheit, dies ist seine Basis für seine Zukunft.
Ein kluger Mensch lernt aus seiner Vergangenheit.

Vor 9 Wochen

fuhr mein Mann zu einer 5 wöchigen Kur.
Während dessen habe ich mit den Kindern zusammen das Arbeitszimmer neu strukturiert und aufgeräumt, ein Kinder/Jugendzimmer komplett neu ausgeräumt, tapeziert und neu eingerichtet. Unseren Keller „entfeuchtet“, mit einem geplatzten Regenrohr und jeweils einer kaputten Lampe im Gartenhaus und Auto gekämpft. Den Rasenmäher versucht zu reparieren. Kurzum den Laden zu Hause allein geschmissen, außer in der Zeit Geld verdient.
Zudem fand eine Freundin, dass ich so entspannt wirken würde. Er fehlte mir natürlich, aber ich habe das Beste daraus gemacht, außerdem wollte ich nicht, dass er mir nur wegen der Arbeit fehlte, die anfiel. Das Gefühl, welches ich wieder empfinden konnte, fühlte sich tief und ehrlich an. Liebe. Zudem fand ich es schön, dass wir 4 Wochen lang nur nette Telefonate führten. Die Kur gefiel ihm gut, es ging ihm super.
Vier Wochen hielt mein Mann durch.
Es war Wochenende und ich wusste, dass er an diesem Tag einen Ausflug mit einem männlichen Mitpatienten machte. Abends rief er zu Hause an. Zunächst erzählte er von seinem Ausflug, gegen Ende der Erzählung druckste er sehr merkwürdig herum.
Da er unbedingt täglich zu Hause anrufen, uns an seinem Kuraufenthalt teilhaben lassen wollte, kam es vor, dass die Telefonate zwischen Anwendung und Abendprogramm nur kurz stattfanden, oder wir auch zu Hause nur wenig Zeit zum Telefonieren hatten, aber etwas Zeit war immer.
Er erzählte mir, dass er mit einem männlichen Kurgast eine Stadt besuchte und anschließend zum Schwimmen noch am Badesee war, dort fing es an zu regnen und sie schützten sich unter einem Baum. Sie waren mit einem Auto unterwegs. Abends wollten sie noch zusammen ausgehen. Während wir telefonierten klopfte es auch schon an seine Zimmertür, er wollte zu seiner Verabredung.
Sein Rumgedruckse kam mir aber sofort merkwürdig vor, irgendetwas sollte mir verschwiegen werden, etwas Unangenehmes. Aber was? Sie waren mit dem Auto unterwegs, er hatte aber weder von einem Leihauto und auch nicht von einer Mitfahrgelegenheit oder anderen Ausflüglern erzählt. Warum nicht? War es unwichtig oder wurde das lieber nicht erzählt? Hatte er etwas erzählt, was mich stutzig machen konnte? Hatte er etwas ausgelassen und an der Stelle rumgedruckst, eine Lücke in der Erzählung gelassen?
Ein Bauchgefühl nur und das Wissen darum, mich diesmal nicht mit einem unguten Gefühl zu quälen. Wenn es harmlos ist, sollte ich das besser schnell klären. Sehr spät erst, fiel mir irgendwie der Groschen. Da ich wusste, dass er um diese Zeit noch wach war, funkte ich ihn an, damit er evtl. zurückrufen konnte. Diesmal, so hoffte ich würden sich meine unguten Gefühle nicht bestätigen. Nicht schon wieder!!!!!!!!
Es ging uns gut, es ging mir gut und ich hatte nach 4 Jahren endlich wieder eine tiefe und vertrauensvolle Zuversicht gefunden. Hatte lange genug daran gearbeitet. Seine (Therapeutin prognostizierte uns 5 Jahre, bis ich wieder vertrauen könne und unsere Ehe wieder eine entspannte Basis hat)
Hätte er denn Grund gehabt, mein Vertrauen zu brechen? Wäre für ihn die lange Abwesenheit von mir, von Zuhause, Grund genug das gemeinsame Ziel nicht mehr im Blick zu haben, alle schönen Stunden wieder als unwichtig anzusehen?
Er rief mich an: er wäre noch wach und ich erzählte ihm meine Sorge, dass etwas wäre. „Nein, es ist nichts“, log er ziemlich glaubwürdig. Wir unterhielten uns kurz, besprachen ein paar Dinge bezüglich unserer Kinder und im Laufe eines Satzes sagte er: …S… (Frauenvorname) hat auch gesagt, dass…. . Ich weiß noch, wie wir das Gespräch beendeten, uns (bussi, bussi) gute Nacht wünschten und auflegten.
Ich hatte noch das Telefon in der Hand und es war plötzlich als hätte mir einer meine rosa Brille von der Nase genommen, mir ein Licht in meinem Hirn angeknipst: S ???????? hat auch gesagt??? Wer war S? Alle anderen Frauennamen/ und auch Männernamen, der gemeinsamen Wanderungen, Ausflüge waren mir bekannt, wurden erwähnt, nichts schwang mit. Wieso tauchte S plötzlich auf und warum hatte sie etwas am Nachmittag sagen können, als er mit einem Mann am Badesee war??? Da war er, der Stolperstein, die Lücke in der Erzählung, vielleicht der Grund für das Rumgedruckse?
Direkt nach dem Wachwerden am nächsten Morgen wartete ich die Zeit ab, an der er wach wäre und sendete ihm eine sms: Wer ist S, gibt es doch einen Grund????

Ja, es gab einen Grund: die kleine Ausflügler-Gruppe bildete sich aus 2 alleinstehenden Frauen und zwei verheirateten Männern um die 50 (Mein Mann war ja einer davon). Nach dem Stadtbummel ging es noch an den Badesee. Das Auto fuhr S. Sie war blond, hatte den gleichen Beruf wie er und das was sie erzählte war sehr interessant. Hat ihn fasziniert, wie er sagte. Sie war alleinerziehend mit erwachsenem Kind, hatte einen guten Job und eben ein eigenes Auto (Ob das wichtig ist? Vielleicht). Er fand sie faszinierend selbständig, was ich ja nicht wäre. Weil er sie so faszinierend fand und sie nachher noch zusammen im Kaffee waren, hatte er sich nicht getraut mir zu erzählen, dass an diesem Ausflug noch zwei andere Frauen beteiligt waren. Warum? Wenn es keinerlei Grund zur Eifersucht gäbe, was sollte ich dagegen haben, wenn sich zwei Leute unterhalten? Aber die Faszination, die von S´s Erzählung ausging war wohl einfach zu groß.
Mir ging es schlecht: Das mit der Selbständigkeit hatte gesessen. Ein Hieb in meine Magengrube. War enttäuscht und sauer, hatte ich doch gerade wieder ein ehrliches tiefes liebendes Gefühl in Bezug auf ihn, das sich gut und richtig anfühlte. Nach vier Jahren endlich wieder! Und ich hatte keine Angst mehr in Bezug auf andere Frauen, vertraute ihm wieder voll und ganz.
Vier Tage später sagte er zu mir, ich bräuchte mir keine Sorgen mehr zu machen, da S mittlerweile abgereist wäre, ihre Kur sei zu Ende. Aha?
Ich fragte mich und auch ihn, was denn wohl gewesen wäre, wenn sie noch länger geblieben wäre, hätte ich mir dann weiter Sorgen machen müssen? Was hieß das denn: … Keine Sorgen, da sie mittlerweile abgereist wäre?
Er beschloss ab dem Zeitpunkt ohne Erklärung nicht mehr mit mir telefonieren zu wollen, obwohl er bis dahin von sich aus täglich zu Hause anrief.
Ich habe dann nur noch überlegt, ob ich jetzt endgültig die Reißleine ziehen solle und ihm Scheidungspapiere in die Kur senden, oder ob ich klüger wäre seine Heimkehr nach Beendigung seiner Kur abzuwarten. Erst einmal beruhigen, bestimmt lässt sich alles erklären. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es keine plausiblen Erklärungen seinerseits geben würde, wohl aber eine Menge Ausreden. Am Abend sendete ich ihm ein Foto von mir und unserem jüngsten Kind mit der Unterschrift: „weil ich/wir dich lieben.“ Ich weiß nicht warum ich das tat, irgendwie trauerte ich wohl, trotz meiner Enttäuschung, dem angenehmen Gefühl nach, dass ich jeden Morgen hatte, wenn ich an ihn dachte. Ein Versuch das Ruder herumzureißen.
Ich glaube meinem Mann, dass er diesmal nicht fremdgegangen ist (Im Sinne von: Eine gemeinsame Nacht etc. verbracht zu haben.) und höchstens mit dem Gedanken flirtete, etwas an dieser Frau sehr faszinierend zu finden.
Letztlich war er so fasziniert, dass er mich von sich fernhalten wollte und mir einen normalerweise harmlosen Teil der Geschichte absichtlich verschwieg. Dennoch fühle ich mich betrogen. Betrogen um mein Vertrauen. Ich empfand es gemein und abweisend. Als ich damit nicht klar kam und es mir danach nicht gut ging, wollte er mir entgegen aller vorherigen Beteuerungen nicht helfen.
Wieder einmal war es so, dass er nur dann etwas mit mir zu tun haben wollte, wenn ich auch in solch einer Situation Rücksicht auf ihn nehmen und nicht aufmurren würde. Auch hier erwartete er mein Dauerverständis für ihn, anscheinend war das für ihn selbstverständlich.
Zwischendurch sendete er mir eine Mail mit dem Satz: „…vier Wochen (bzw. 5 Wochen) Trennung sind eine harte Zeit für ein Paar, das seit über 25 Jahren noch nie so lange getrennt war…..“
Was sollte ich damit anfangen, sollte ich für seinen Ausweicher, wegen unserer voneinander-getrennt- sein- Zeit von 4 Wochen Verständnis aufbringen? Sollte mir das sagen, dass ich in Zukunft mit Betrug oder Fremdgehen zu rechnen habe, wenn wir länger getrennt sind? Oder dass ich ihn nicht mehr allein lassen kann, wenn wir länger als drei Wochen (Das war die bisher längste Trennungszeit) wären???????????

Auf jeden Fall machte dieser Satz nichts besser und der Besänftigungsversuch meines Mannes verfehlte sein Ziel.
Hatte er kein Durchhaltvermögen? Was ist das für eine lange Beziehung, die daran scheitern sollte?
Danach kamen viele Liebesbeteuerungen, viele Entschuldigungen.
Trennung von mir, wollte er das?
Angeblich wollte er sich nicht von mir trennen, bei mir bleiben……er liebe mich……

War/bin ich ihm nicht ausreichend? Genüge ich ihm nicht?
Fallen immer wieder neue Lücken auf, wenn eine blonde nette ledige Frau aus seinem Berufsstand in sein Leben tritt? Lücken, die ihm dann erst auffallen (einfallen?), wenn ihm etwas an einer anderen Frau fasziniert? Ein kurzes Vakuum in das sie tritt. Ein Vakuum, welches ich nie füllen könnte.
Manche Lücken sind scheinbar, er sieht bei mir die Eigenschaften nicht, die ihn faszinieren. Das fällt ihm selber auf, wenn es zu spät ist, er unsere Beziehung buchstäblich an die Wand fuhr. Mir dann erzählt, dass er es bei mir nicht sah.
Nein, ich möchte es nicht zu meiner Lebensaufgabe machen, ihm immer wieder darauf hinzuweisen, dass eine reale Person an seiner Seite nicht seiner Traumfrau 100 % ig entsprechen muss.

Es ist so, dass wir alle nicht perfekt sind, oder? Sein Hang mich zu betrügen ist keine Macke, die mit dem Herumliegenlassen von alten Socken, dem im-Weg-stehen-lassen seiner Schuhe, um nur zwei Beispiele zu nennen, zu vergleichen wäre. Wir alle machen Kompromisse. Sollen wir froh sein, den Partner in den Wind geschossen zu haben, damit wir keine Kompromisse machen müssen? Kann man nicht die Macken des anderen akzeptieren, weil auch wir möchten, dass unser Partner unsere Macken akzeptiert? Gilt das Akzeptieren der Macken und Lücken nicht für beide Partner. Sollte der Partner nicht offen ansprechen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen, wenn man etwas an dem Partner vermisst, oder an ihn etwas stört?
Liebe?!
Alles in Ordnung, waren seine Worte, immer wieder. Mach dir keine Sorgen.
In Wirklichkeit war nur alles in Ordnung bis die Unordnung auffiel.

Zwischenerklärung:

Als mein Mann vor sehr vielen Jahren um meine Hand anhielt (wir waren über 5 Jahre zusammen und teilten uns seit zwei Jahren eine Wohnung) war er meine große Liebe.
Nach unserer Hochzeit veränderte sich sein Verhalten mir gegenüber, schien überfordert mit der Situation. Unser erstes Kind wurde geboren. Zwei weitere Kinder folgten in angemessenen Abständen.
Er war sehr glücklich über jede Schwangerschaft, wünschte sich genau wie ich 2 bis 3 Kinder und war ein sehr fürsorglicher liebevoller Säuglings /Kleinkindvater und Ehemann.
Seine Mutter setzte ihm allerdings nach dem zweiten Kind zu. Nach dem dritten Kind übertrieb sie es. Sie fand es nicht gut, dass ihr einziges Kind gleich mit einer „Großfamilie“ gesegnet wurde und unser jüngstes Kind hat sie nie wirklich respektieren wollen.
Sie machte mich schuldig für die zu vielen Kinder und meinte zu mir, die dritte Schwangerschaft hätte nicht sein müssen. Ganz im Gegenteil feindete sie mich an und wenn wir etwas von den Kindern erzählten… Insgesamt kein Verständnis.
Gut, es ist ihr Leben, wir lebten, liebten und genossen unseres, trotz der Einschränkungen, die eine „Großfamilie“ mit sich bringt. Die lieben Enkelchen waren nur gestriegelt, gut erzogen erlaubt und Sorgen gibt es einfach nicht. Mit allem anderen war/ist sie überfordert. Aber einer Oma muss man ja auch nicht alles erzählen, da kann der Kompromiss bis zu einem gewissen Grad funktionieren. Nur Anfeindungen nehme ich nicht mehr hin und habe den Kontakt sehr zurückgefahren. Egal, ob sie hinter meinem Rücken redet oder gar denken würde, ich sei Schuld an der Misere und inzwischen schlechterem Verhältnis zwischen Mutter und Sohn (meinen Mann und seiner Mutter). Schuld an dem abgespeckten Kontakt zwischen meiner Schwiegermutter und ihrem einzigen Kind.
Meine Schwiegermutter war es auch, die mir vor vier Jahren (als mein Mann mich betrog) riet auszuziehen, sie würde sich um ihren Sohn und unsere Kinder kümmern,
und meinte: … überhaupt….wie ich auch rumlaufen würde (graue Haare, oh Gott, da ist es doch kein Wunder, oder???????????).
Jaaaa? Hallo Schwiegermama, nicht jeder kann sich drei Urlaube im Jahr leisten und es gibt Menschen, die sind glücklich mit ihren drei Kindern und überhaupt: im Garten brauche ich wohl nicht im Seidendress und Stöckelschuhen herum zu laufen, erst recht keine aufgeklebten bunt lackierten Fingernägelchen zu schonen.
Mein Mann und ich lieben es im Wald (direkt vor unsere Gartenpforte) zu spazieren, im Herbst selbstgepflückte Pilze zu verarbeiten, eigene Marmelade zum Sonntagsfrühstück zu haben und Platz im Garten für alles, was so in einem Kinder/Familienleben anfällt (Zelten, Lagerfeuer, Fußball, Planschbecken,….) wie viele andere Familien auch, die mit ihren Kindern das Landleben dem Stadtleben vorziehen.
Dass wir auf dem Land und nicht wie sie in der Stadt wohnen, unser Haus für ihre Begriffe nicht viel her macht…………UAAAAAAAAAAAAAAAH.
Aber nach einem überstandenen Sonntag fährt sie zum Glück wieder für Wochen nach Hause! Da kann man in der Regel einfach auch mal nur nett sein und übers Wetter reden. Die Kinder freuen sich ja wenn die Oma kommt. Der Jüngste kriegt vielleicht nicht mit, wie blöd Oma in Wirklichkeit ist, er verzieht sich kurz nach dem Kuchen essen. Schauspielern, stänkern und Spitzen verteilen kann sie sehr gut, die gut situierte und schön lackierte Stadtpflanze (Opa kommt nicht mehr mit, der hat sich mittlerweile getrennt! Hatte wohl die Nase voll von den Stänkereien).

Vielleicht hatte Schwiegermutter Recht? Wusste sie, dass mein Mann blonde Haare bei Frauen bevorzugt? Wußte sie, dass mein Mann mit finanziellen Einschnitten, denn eine Familie eben so mit sich bringt, nicht zurecht kommt und nach einer neuen Frau trachten würde, sobald die Gelegenheit für ihn günstig zu sein schien?

Auch wenn ich meine Haar blondieren würde, das Blond wäre erstens nicht echt und meine Augen wären immer noch dunkel und nicht blau-grün was er so schön bei der Frau vor 4 Jahren so „attraktiv“ (Zitat meines Mannes) fand.
Die Jugendfreundin meines Mannes, mit der er vor mir zusammen war bevor wir uns kennenlernten hatte damals mit ihm unvermittelt Schluss gemacht. Er fand nie den Grund heraus. Es gab keine Gespräche, danach aber noch eine normal lockere Freundschaft. Er litt wohl darunter? Ich lernte sie einmal kennen, auch ihren späteren Mann. Kein Problem, wir waren damals alle noch jung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist vielleicht, dass seine -vielleicht große (?)- Liebe bevor wir zusammen kamen, blondes Haar und blau-grüne Augen hatte.

Der Vollständigkeit halber sollte kurz erwähnen, dass mein Mann seit seiner Jugend heimlich Pornos anschaute, aber das heute nicht mehr macht. Nicht mehr braucht, wie er sagte. Vor einem Jahr brachte mich der Zufall dazu, sein Geheimnis zu lüften. Seit zwei Jahren macht er insgesamt eine Anti- Depressionstherapie. Leider bei einer Frau, wäre mir lieber, er würde einmal von Mann zu Mann reden können. Selbst wenn er einen Freund hätte, würde er sich nicht über alles austauschen können. Würde das unsere Beziehung entspannen? Sie ist gespannt, wenn ich wegen anderer Frauen …. gelinde gesagt, Sorgen habe. Entspannung gab es immer auch mal. Das war sehr schön.

Wenn ich heute an diesem Tag, dass alles bedenke, müsste ich eigentlich wissen, dass meine Zukunft an seiner Seite nicht unbedingt die rosigste sein wird. Auch wenn ich mir wünsche das Leben zusammen mit unseren Kindern (die irgendwann alle aus dem Haus sind und ihr eigenes unabhängiges Leben gestalten) eingebunden in meiner Familie und mit meinem Lieblingsgarten, in meinem Lieblingshaus zu leben.

Heute ist mein Mann wieder für eine Woche weg gefahren. Kein Urlaub, sondern Arbeit. Ich habe ihn diesmal nicht zum Zug gefahren, mich auch nicht bei ihm großartig verabschiedet. Ich konnte nicht, habe ihm einen sehr schnellen Kuss gegeben und ihm alles Gute gewünscht und, „bitte vergiss unsere Kinder nicht“, gesagt. Dann ging ich aus dem Haus, bis er weg war. Er wurde von einem unserer Kinder gefahren, das war zum Glück vorher eingeplant worden.

Als ich ihn vor einigen Jahren mit unserem Auto zum Abfahrtpunkt einer solchen Arbeitsreise brachte, wollte er mitsamt seinem Gepäck in einer Nebenstraße abgesetzt werden. Er hätte mit seinem schweren Gepäck einige hundert Meter unnötig laufen müssen. Warum? „Schämst du dich mich mit mir ?“, fiel mir nur ein zu fragen. Ich hatte mich geweigert und ihn bis zum Parkplatz gefahren, ihn gebeten sich bei mir vor allen Leuten (MitfahrerInnen) mit einem Kuss und Umarmung zu verabschieden. Habe freundlich lächelnd zum Abschied gewunken. Was sollte das von ihm? Ich hab es nie verstanden.
Als ich ihn vor vier Jahren zum Treffpunkt mit seiner Mitfahrgelegenheit brachte, hatte er sich vor meinen Augen mit Kuss und Umarmung begrüßen lassen. Ich saß im Auto, es regnete. Die Frau hatte nicht mitbekommen, dass ich da war Er hatte sich aber auch nicht gewehrt. („Sie ist nun mal so“?) Warum hatte ich zum Abschied keinen Kuss und keine Umarmung von ihm bekommen? Warum wich er vor mir zurück, hatte es eilig? Damals sagte mir mein Bauchgefühl voraus, dass das nicht gut gehen würde.
Im Frühjahr fuhr er mit einem Freund zu einem kurzen Bildungsurlaub. Er umarmte und küsste mich freiwillig zum Abschied. Hätte er es nicht getan, wenn der Bildungsurlaub auch mit anderen Frauen stattgefunden hätte? Mit Kolleginnen?

Kann ich an seiner Seite auf eine gute Zukunft hoffen?
Ist betrügen „heilbar“, oder gar verzeihbar?

Also, was soll ich davon halten.
Gibt es hier Leute, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich?
Sind diese mit ihrem Partner noch zusammen und wie haben sie ihre Probleme auflösen können.

Ich habe ihn gebeten, einmal mit sich selber sehr ehrlich zu sein, tief in sich hineinzuhorchen und für sich aufzuschreiben, wie seine Traumfrau sein soll. Traumfrau in allen Facetten, auch im Bett. Alle Eigenschaften, einfach alles.
Da ich ja offensichtlich nicht als Traumfrau genüge, soll er selber herausfinden, was mir fehlt und ob er mit diesem Kompromiss leben will und glücklich werden kann.
Zudem bat ich ihn, den Zusammenhang zwischen seiner Traumfrau und seiner ehemaligen Jugendliebe von der er enttäuscht wurde, zu finden. Er müsste selber in seine tiefe Seele eintauchen. Nicht oberflächig bleiben.
Ich bin sehr gespannt, ob er es macht, oder ob er das vor sich her schiebt und angeblich keine Zeit dazu hat. (Jetzt, wo er wieder im Arbeitsurlaub ist, der übrigens im sonnigen Süden stattfindet, muss ich mir eigentlich Sorgen wegen der möglichen Romantik machen? Wie gut, dass seine Kollegin diesmal dunkelhaarig ist, oder?)

Soll ich ehrlich sein? Ich habe diesen sehr langen Text noch einmal gelesen und komme zu dem Schluss: Wer den liest, kann mir nur einen Rat geben- Bea beende diese Misere, du findest dein Glück auch ohne ihn, er wird sich nicht ändern. Du musst immer mit der Gefahr leben, dass er fremd geht.
Bleib nur eins: Trenne dich von ihm! Ihr Könnt Freunde bleiben, mehr nicht.
Es gibt Männer in deinem Alter, die gehen nicht fremd und sind trotzdem nicht hässlich, oder dumm.

Trotzdem: Gibt es noch einen anderen Rat als diesen (Ehetherapie: da waren wir, dieser bot uns nach der ersten gemeinsamen Sitzung eine Trennungsberatung für die ganze Familie an.)?????????????

Liebe Grüße an alle
Von Bea

Avatar
New Member
Members
Level 0
Forenbeiträge: 2
Mitglied seit:
Apr 28, 2014
sp_UserOfflineSmall Offline
2
Sep 2, 2014 - 11:21
sp_Permalink sp_Print sp_QuotePost

Hallo Bea,

Du warst so nett auch auf mein Thema einzugehen. Ich habe Deinen Bericht 2 mal gelesen und ich bin schockiert. Was bilden sich diese Männer eigendlich ein? Da trägt man Ihnen jahrzehntelang den Hintern hinterher, wird alt, und schwupps, ist man nix mehr wert. Da sind die anderen Frauen die lustigen, unkomplizierten und klasse Typen, wo sie gerne ihre Freizeit mit verbringen. Aber Bea ich sag Dir eins, sollen wir wirklich das Handtuch schmeißen und in der Altersarmut enden? Vielleicht braucht es nur eine gehörige Portion Gelassenheit. Es bringt nichts sich damit krank zu machen. In meinem Fall ist es auch immer so. Ich bin am Boden zerstört und es geht mir voll an die Gesundheit, aber die zwei Blondienen sind und bleiben auch bei uns ein Thema. Leider ziehe ich immer den Kürzeren, da mein Mann mit Worten und ekligen Gesten reagiert. Ich frage mich manchmal ob diese Art von Behandlung nicht schlimmer ist wie Schläge. Ich würde so gerne manchmal einfach abhauen, aber wohin? Ich habe nur einen 400 Euro-Job und in meinem Alter (58) ist doch Alles schon recht schwierig. Ich versuche nun wirklich dem Thema aus dem Weg zu gehen. Mir zu Liebe! Und auf Deine Frage ob Fremdgehen heilbar ist, sage ich ganz klar...NEIN.... LG Ramoni

Avatar
Member
Members
Level 0
Forenbeiträge: 13
Mitglied seit:
Aug 27, 2014
sp_UserOfflineSmall Offline
3
Sep 3, 2014 - 0:22
sp_Permalink sp_Print sp_QuotePost

Hallo Ramoni,
:cheer:
vielen lieben Dank für deinen netten Brief. 🙂
Ich bin ja erst 50! Habe aber auch große Sorge vor Altersarmut, trotz der 17
Jahre, die mir bis zur Rente bleiben. Und große Sorge vor Armut in der
Gegenwart. Wir sind halt nicht so reich, dass wir z. Zeit locker zwei Haushalte
davon bestreiten könnten, genau wie viel andere Familien. Ich denke auch nicht, dass ich jetzt noch einen vernünftigen Job finde. Ich habe auch zuviele Frauen gesehen, die bis über ihre Rente hinaus aus dieser Lage heraus mit 3 Putzjob eher schlecht als recht auskommen mussten. Manchmal denke
ich, es ist wohl besser als rentnerin von Sozialhilfe zu leben, als ein Leben an der Seite eines Mannes zu lben, der zwar behauptet mich zu lieben. Dise Liebe aber sehr speziell für sich definiert. Liebe tritt man nicht mit Füßen. Aber das will ich genauso wenig wie du und andere Frauen.
Einfach alles hinschmeißen? Weggehen, weit weg, neu anfangen, das wäre
schön.
Versuchen damit zu leben?!

Fremdgehen ist nicht heilbar, hatte gehofft, es wäre doch so, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, oder? 🙁

Ich habe einmal gehört, dass zum Bleiben eine Menge Mut gehört. Ich schaue einmal, welcher Mut eines Tages stärker sein wird, der zum Gehen
oder der zum Bleiben.

Ich nehme deinen Satz : "Versuchen dem Thema aus dem Weg zu gehen, ...mir
zu Liebe." und "eine gehörige Portion Gelassenheit". für mich auf.
Ein dickes Fell zulegen, so wie es unsere Mütter schon taten, uns aber davon abraten würden.
Kompromisse.

OH Mann, oh Frau wir beide und viele andere hätten niemals gedacht, dass unsere
Emanzipation uns nicht dahin gebracht hat, wo wir hingehören.
Ich kann nur hoffen, dass meinen Kindern so etwas nie passiert und wenn
doch, dass ich ihnen helfen kann und wir gemeinsam auf den jeweiligen
Partner sch....... können. 👿 :whistle:

Viele liebe Grüße und ich wünsche dir etwas mehr Gelegenheiten zum Fröhlich-
sein, lustig sein, und lachen was das Zeug hält :)) :silly:
Vielleicht hören (lesen) wir irgendwann noch mal etwas Positiv voneinander. 🙂
Viele Grüße von Herzen
Bea

Zeitzone des Forums:UTC 2

Die meisten Benutzer jemals online:92

Gerade online:
1 Gäste:

Zur Zeit auf dieser Seite:
1 Gäste:

Meiste Beiträge:

anja.p: 33

Bea: 13

meike1982: 11

Biggies: 11

Frank: 10

trulla40: 8

gunter: 7

hansihasi: 7

mausi47: 6

Bella107: 6

Forum-Statistiken:

Gruppen:1

Foren:7

Themen:122

Beiträge:337

 

Mitglieder-Statistiken:

Gastbeitragende: 0

Mitglieder: 393

Moderatoren: 0

Administratoren: 1

Administratoren:admin