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Oralverkehr bezeichnet Sexualpraktiken, bei denen ein Partner die Genitalien des anderen mit dem Mund liebkost. Im Oralverkehr können die Lippen, die Zunge und mit Vorsicht auch die Zähne benutzt werden. Er gehört zu den verbreitetsten Sexualpraktiken neben dem vaginalen Verkehr und wurde zu allen Zeiten praktiziert.

Viele finden, dass Oralverkehr eine gute Möglichkeit ist, den Sexualpartner zu stimulieren und ihn oder sie zum Orgasmus zu bringen. Er kommt häufig im sexuellen Vorspiel vor, und hilft oft, um beim Mann eine Erektion oder bei der Frau den Sekretfluss anzuregen. Die Geschlechtsorgane können ja vom Mund sehr zielgenau stimuliert werden. Es handelt sich dabei um eine besonders intime Geste.

Zwei Arten des Oralverkehrs

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten des Oralverkehrs:

  • Fellatio: bezeichnet die orale Stimulation der männlichen Genitalien, vor allem des Penisses, aber auch der Hoden, die geleckt oder geküsst werden. Die Eichel, der Schaft oder die Hoden können mit der Zunge liebkost werden, wenn man mit ihr um diese kreist. Es ist auch sehr stimulierend, die Eichel oder Teile des Penis in den Mund zu nehmen und leicht daran zu saugen. Eine besondere Form der Fellatio ist die tiefe Aufnahme des erigierten Penis bis in den hinteren Rachenbereich, was nur bei absoluter Entspannung der Kehle möglich ist, und setzt bei dem stimulierten Partner ein hohes Maß an Selbstkontrolle und bei beiden ein hohes Maß an Vertrauen voraus.
  • Cunnilingus: bezeichnet die orale Stimulation der weiblichen Genitalien, vor allem der Schamlippen, des Scheidenvorhofs und insbesondere der Klitoris, die mit Zunge und Lippen berührt werden. Sogar der Vaginaleingang kann mit der Zunge stimuliert werden. Cunnilingus bringt die Frau zu besonders intensiven Orgasmen, weil die Klitoris dabei direkt gereizt wird.

Die gegenseitige orale Stimulation bei beiden Partnern wird als „Neunundsechzig“ bezeichnet und kann in zwei Varianten ausgeübt werden:

  • Ein Partner liegt oben der andere unten. Die Position oben ist bequemer, da man in dieser Position eine bessere Kontrolle hat.
  • Falls beide auf der Seite liegen, wird die Stellung für beide gleich bequem.

Die Stimulation des Anuses, der sogenannte Anilingus gehört auch zu den oralen Sexualtechniken. Der Anus ist von vielen Nervenenden belegt, deshalb wird dessen Stimulation von vielen als sehr erotisch empfunden. Der Anilingus reicht von ganz flüchtiger Berührung der Umgebung des Anusses mit den Lippen bis hin zu intensiver Penetration mit der Zunge.

Schutzmaßnahmen für den Oralverkehr:

Da es beim Oralverkehr nicht zur Penetration kommt, wird er oft nicht als richtiger Sex betrachtet.
Doch sollen dabei einige Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe und Syphilis können durch Oralsex übertragen werden. Oralverkehr kann auch Hepatitis B und besonders Anilingus Hepatitis A übertragen. Man sollte auf den folgenden aufpassen:

  • Das Verschlucken von Sperma birgt ein hohes Infektionsrisiko, auf Ejakulieren in den Mund sollte verzichtet werden.
  • Bei Wundstellen oder bei entzündeten Schleimhäuten im Mund oder Rachen sollte auch auf Fellatio verzichtet werden.
  • Beim Cunnilingus sollte der Kontakt mit Menstruationsblut vermieden werden, welches ebenfalls hochinfektiös ist.

Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion ist gering, trotzdem wird die Einhaltung der obigen Maßnahmen empfohlen. Um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit HIV weiter zu minimieren, sollte der Oralverkehr nicht durchgeführt werden, wenn gröbere Verletzungen am Körper oder den Verkehrsorganen bestehen.

Die Infektionsgefahr kann durch ein Kondom beim Fellatio, ein Femidom oder Lecktuch beim Cunnilingus vermindert werden. Abgesehen von diesen Einschränkungen bedeutet der Oralverkehr nur ein geringes Risiko. Für den passiven Partner ist das Risiko praktisch Null.

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