fremdgehen
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Die Monogamie ist seit vielen tausend Jahren in den meisten Kulturen die meist akzeptierte Partnerschaftsform. In diesen Kulturen ist sie auch in den Gesetzen festgelegt und schon in alten Zeiten wurde das Fremdgehen verurteilt. Obwohl es auch kulturelle Kreise gibt, die mehrere Partner durchaus akzeptieren, wird es jedoch meist nur dem männlichen Partner nachgesehen, falls er sich mit einer anderen Partnerin sexuell vergnügt. Warum empfindet man jedoch das Fremdgehen als eines, wenn nicht das schlimmste Vergehen in einer Beziehung?

Wie ist es zur Monogamie gekommen

Der Mensch unterliegt genauso natürlichen Gesetzen, wie auch das Tier. Die Vermehrung ist der eigentliche Zweck der sexuellen Vereinigung. Seit jeher hat der Mensch seinen Nachkommen seine Besitztümer hinterlassen. In den Zeiten der gesetzlich nicht gefestigten Partnerschaften, hatten somit alle gezeugten Kinder das Anrecht auf ihren Anteil. So ist es auch für die Frau ein Anrecht gewesen, nach dem Tode des Partners einen Anteil seiner Besitztümer als Absicherung zu erhalten. Um eine Zerschlagung der Besitztümer zu vermeiden ist man immer mehr in die Form der Monogamie gerückt. Eine solche Partnerschaft wurde unter Zeugen abgeschlossen und die Kinder aus dieser Partnerschaft hatten das Recht auf einen Nachlass. Falls ein Kind aus einer außerehelichen Beziehung entsprungen ist, schmälerte es den Besitz, den die rechtmäßigen Kinder geerbt hätten. Äußerst problematisch war es in adeligen Strukturen, denn dort konnte ein nachgewiesener Sohn den Vater in allen seinen Verpflichtungen ablösen. Kam dieser Sohn aus einer außerehelichen Affäre, konnten deswegen Kriege ausbrechen. Somit ist das Fremdgehen mit allen seinen Konsequenzen als eines der schlimmsten Vergehen angesehen worden.

Dies ist eine sehr nüchterne Betrachtung. Wenn man jedoch bedenkt, dass in der Vergangenheit die meisten Ehen arrangiert wurden und nicht aus Liebe entstanden sind, kann das Fremdgehen wie ein Vertragsbruch angesehen werden. Erst mit den moderneren Zeiten, sieht man das Fremdgehen als Vertrauensbruch und im Falle eines Eheversprechens auch als Wort- bzw. Vertragsbruch. Obwohl es auch sogenannte offene Beziehungen gibt, in den meisten Partnerschaften in der heutigen Zeit wird das Fremdgehen nicht akzeptiert. Vielmehr ist das der häufigste Grund für eine Trennung.

Wie reagieren heute die Menschen auf Fremdgehen?

Wenn heutzutage herauskommt, dass ein Partner eine außereheliche Affäre hatte, kommt es meist zu sehr heftigen Reaktionen und auch zu lautstarken Auseinandersetzungen. Da hier das Ego des anderen direkt angegriffen wurde, sind die Reaktionen emotional und können nur schwer gesteuert werden. Das Selbstwertgefühl des betrogenen Partners wird in Mitleidenschaft gezogen und der andere Partner, falls er den Fehler einsieht, bzw. bereut zutiefst das Geschehene, kann es jedoch nicht ungeschehen machen. Es kommt bei beiden zu einem emotionalen Notstand und oft können beide Partner diese Angelegenheit gar nicht alleine verarbeiten. Die drohenden Konsequenzen machen beiden zu schaffen. Sind in der Partnerschaft auch noch Kinder, fällt das Problem noch viel schwerer aus. Sollte hier die Beziehung in die Brüche gehen, stellen sich die Fragen Sorgerecht auch noch, abgesehen von den seelischen Qualen, die Kinder bei einer Scheidung durchstehen.

Konsequenzen des Fremdgehens

Eine sehr häufige Konsequenz ist die Beendung der Beziehung. Je nach dem, in welcher Partnerschaft man sich befunden hat, kann diese Trennung auch noch schwerwiegende Konsequenzen haben. Zum einen ist hier die emotionale Seite, die durchaus nicht leicht zu bewältigen ist. Von Schuldgefühlen über Reue und Angst vor dem Verlust der geliebten Person sind Gefühle, die den einen plagen, verletztes Ego, Minderwertigkeitsgefühle, das Gefühl, versagt zu haben, quält den anderen. Das alles sind Emotionen, die bleibende Spuren hinterlassen. Weitere Konsequenzen sind dann die Trennung selbst mit allen Folgen, Gütertrennung, Auszug mindestens eines Partners und im Falle von Kindern unter anderem auch langwierige Sorgerechtsstreitigkeiten. Das Fremdgehen ist noch heute in den meisten Gesetzbüchern im Scheidungsrecht als Scheidungsgrund enthalten. Die meisten sind sich zwar der Konsequenzen wohl bewusst, aber es lockt das Verbotene manchmal so stark, dass man sich nicht zurückhalten kann. Meist gibt es dann ein böses Erwachen, denn obwohl viele glauben, dass sie so etwas geheim halten können, klappt es fast nie.

Warum kann Fremdgehen nicht geheimgehalten werden

Wenn man schon einige Zeit mit einem Partner verbracht hat, kennt dieser fast jede Facette des Verhaltens des anderen. Wenn man eine Affäre hat, verhält man sich auf einmal geheimnisvoll, hat irgendwelche Verpflichtungen, die man sonst nicht gehabt hat und das fällt auf. Auch ist es manchmal genau die Person, mit der man eine Affäre hat, die auf einer Trennung besteht und die Beziehung des anderen aufs Spiel setzt. Es geht in den meisten Fällen nicht gut, denn es benötigt sehr viel Charakter und Selbstbeherrschung beim anderen Partner, dass er den Seitensprung des Partners akzeptiert und darüber wegkommt.

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