e-zigaretten
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Mittlerweile gibt es alleine in Deutschland um die zwei Millionen Menschen, die zur elektrischen Zigarette greifen. Hergestellt werden die E-Zigaretten schon seit 2004 in China, drei Jahre später wurden sie bereits weltweit vertrieben.

Raucher von E-Zigaretten nennen sich übrigens Dampfer, da die kleinen Geräte statt Tabak eine Flüssigkeit enthalten, die bei der Benutzung verdampft. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um ein Liquid, welches in allen möglichen Geschmacksrichtungen zur Verfügung steht. Bis jetzt sind rund 8000 unterschiedliche Aromen für die E-Zigaretten bekannt. Der Hauptbestandteil des Liquids sind aber nicht nur Aromastoffe wie beispielsweise Menthol oder Erdbeergeschmack, sondern auch Glycerin und Propylenglykol. Dabei handelt es sich um Lebensmittelzusatzstoffe, die in Nebelmaschinen zum Einsatz kommen. Nikotin für die E-Zigaretten ist übrigens optional, da es auch unzählige nikotinfreie Liquids gibt.

Die E-Zigaretten sind angeblich genauso effektiv für die Rauchentwöhnung, wie die Nikotinpflaster. Um die 70 % der Benutzer „rauchen“ ausschließlich E-Zigaretten, rund 10 % sind Dual-User, also Raucher die den elektrischen und auch den traditionellen Glimmstengel benützen. Da allerdings die gesundheitlichen Risiken für ständig neue Schlagzeilen sorgen, muss man sich die wichtige Frage stellen, ob denn die E-Zigaretten auch wirklich eine bessere Alternative zum Tabakkonsum sind oder nicht. Es gibt mittlerweile unzählige Geräte und Liquids mit und ohne Nikotin in vielen verschiedenen Sorten, die man auch online erwerben kann, wie zum Beispiel bei Smokestars.

E-Zigaretten vs. Tabakzigaretten

Die gesundheitlichen Schäden der traditionellen Zigaretten sind bekannt. Im Tabak ist schon von Natur aus Nikotin enthalten, ein sehr giftiges Alkaloid und Insektizid. Den Zigaretten werden aber auch noch Zusatzstoffe beigemischt, die nicht nur zu einem angenehmeren Geschmack beitragen, sondern auch zur Abhängigkeit. Die genaue Zusammensetzung ist deshalb im Prinzip auch nur der Tabakindustrie genauer bekannt. Alleine der Tabakrauch enthält über 200 bekannte giftige Substanzen, von denen knapp die Hälfte krebserregend sind. In Deutschland sterben jährlich über 110.000 Personen an den Folgen des Rauchens, nicht umsonst handelt es sich dabei um das größte vermeidbare gesundheitliche Risiko. Obwohl viele Lebensmittelzusatzstoffe durchaus auch unbedenklich sind, können sie sich beim verbrennen oder verdampfen in den Zigaretten zu giftigen Substanzen umwandeln, die sich dann über die Lunge im Körper verbreiten.

Der Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche ist in Deutschland seit April 2016 verboten. Laut dem Bundesernährungsminister Christian Schmidt handelt es sich auch beim Konsum von nikotinfreien Liquids nicht um harmlose Naschereien, auch wenn die E-Zigarette beispielsweise nach Gummibärchen oder nach Schokolade schmeckt. Vor allem die süßen Aromastoffe sind für das Verschleiern der potentiellen Gefahren verantwortlich, weshalb auch das gesetzliche Abgabeverbot an Jugendliche und Kinder von ihm initiiert wurde. Langfristige gesundheitliche Schäden der E-Zigarette sind bis jetzt noch nicht offiziell bekannt. Kurzfristige negative Effekte, die bereits schon nach wenigen Zügen festgestellt wurden, ist ein trockener Husten, Reizungen im Mund und im Rachen, sowie auch eine deutliche Einengung der Atemwege. Der Hauptbestandteil der Flüssigkeiten für die E-Zigarette ist Propylenglykol, welches zusammen mit Glycerin und Wasser für einen dichten Nebeleffekt sorgt.

Glycerin und Propylenglykol

Glycerin spielt nicht nur bei der Nebelherstellung eine wichtige Rolle, sondern auch als Weichmacher, Schmierstoff und Frostschutzmittel. In Lebensmitteln und in der Kosmetikindustrie wird Glycerin als Feuchtigkeitsspender verwendet. Es ist im Prinzip ein Zuckeralkohol und in natürlichen Fetten vorhanden. Große Mengen davon werden bei der Biodieselherstellung als Nebenprodukt hergestellt. Unter Sauerstoffmangel zersetzt es sich beim Erhitzen in das giftige Acrylaldehyd, was sehr entzündlich ist und explosionsfähige Gemische zusammen mit der Luft bilden kann. Acrylaldehyd ist übrigens auch unter dem Namen Acrolein bekannt und kommt in der Industrie als Biozid zum Einsatz, also zur Schädlingsbekämpfung.

Obwohl Propylenglykol in der Regel als harmlos eingestuft wird, warnen die Hersteller von dieser Substanz ausdrücklich vor dem Einatmen von Propylenglykol. Nicht umsonst kommt es auch bei den eingesetzten Nebelmaschinen in geschlossenen Räumen zu Augenirritationen und Probleme der Atemwege. Wenn allerdings hier schon gesundheitliche Beschwerden auftreten können, dann sollte man sich auch durchaus bewusst sein, was man sich als sogenannter Dampfer täglich mit diesen Substanzen zumutet, von Nikotin einmal komplett abgesehen.

Fazit

Ob E-Zigaretten eine bessere Alternative für die typischen Glimmstengel sind, muss individuell entschieden werden, da natürlich auch das eigene Raucherverhalten dabei eine sehr wichtige Rolle spielt. Wer beispielsweise täglich zwei Schachteln raucht und mit der E-Zigarette seinen Konsum drastisch einschränken kann, ist nicht unbedingt einem höheren Risiko ausgesetzt. Das Zigaretten überhaupt nicht gesund sein können ist sicherlich jedem Raucher klar, denn sonst würde die E-Zigarettenindustrie auch mit Sicherheit nicht so gewaltige Erfolge verbuchen können. Die meisten Benutzer der E-Zigaretten wählen diese Alternative, um ihre Sucht nach Nikotin besser in den Griff zu bekommen. Wer sich allerdings für nikotinhaltige Liquids entscheidet, braucht sich nicht wundern, wenn dadurch die körperliche Abhängigkeit bestehen bleibt. Für langjährige Raucher sind sie aber sicherlich weitaus die bessere Wahl, aber auf keinen Fall für Menschen, die mit den E-Zigaretten das Dampfen anfangen möchten.

Fest steht auf jeden Fall, dass die Branche der E-Zigaretten für die Tabakindustrie eine sehr wichtige Konkurrenz darstellt und dass auch unser Staat durch das kontroverse Dampfgeschäft deutlich um seine Steuereinnahmen fürchten muss, die jährlich über 13 Milliarden Euro ausmachen.

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