altes ehepaar
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Wer eine Partnerschaft eingeht, möchte natürlich auch, dass es ein Leben lang hält. Aber viele gehen manchmal mit falschen Vorstellungen und einer rosa Brille in die Ehe.

Man muss sich bewusst sein, dass die anfänglichen Schmetterlinge im Bauch nach einiger Zeit dem Alltag Platz machen. Da gehört einiges dazu, die Partnerschaft aufrecht zu erhalten, denn mit anfänglicher Verliebtheit allein schafft man es nicht.

Eigenheiten akzeptieren anstatt adaptieren

Jeder Mensch ist ein Unikat mit eigenen Gefühlen und Vorstellungen vom Leben. In der ersten Zeit einer Partnerschaft findet man die kleinen Macken des anderen so süß und liebenswert, denkt jedoch nicht daran, dass diese genauso zu dieser Person gehören, wie die Eigenschaften, die man so gerne hat und nicht mehr missen möchte. Meist sind es jedoch genau diese Macken, die oft das Zünglein an der Waage sind und eine Ehe zum Scheitern bringen. Zunächst bemerkt man sie in der Verliebtheit gar nicht. Später wachsen sie dann zu einem immer größeren Problem heran. Man muss jedem Menschen seine Eigenheit lassen. Wenn man gelernt hat, über kleine Macken des anderen hinwegzusehen, ist schon ein großer Schritt in Richtung lange, glückliche Ehe getan.

Nachlassendes körperliches Verlangen

Während anfänglich gerade die körperliche Anziehungskraft eine große Rolle spielt, werden es mit den Jahren andere Dinge. Gemeinsame Kinder, Besitz oder auch ein gemeinsamer Freundeskreis treten anstelle von täglichem Sex in den Vordergrund. Und während gerade Sexualforscher den nachlassenden Wunsch nach Sex oft für das Scheitern einer Ehe verantwortlich machen, sind es meist eher die Folgen von unüberbrückbaren Differenzen an erster Stelle. Mit verschiedenen Ideen und Spielen kann man wieder Lust auf Sex bekommen, aber wenn man mit dem Partner ständig Auseinandersetzungen hat, kann sich keine Lust einstellen. Man könnte nun meinen, was war hier zuerst, die Henne oder das Ei. Manchmal ist auch körperliche Unzufriedenheit der Grund für wachsenden Frust und es entstehen Zwistigkeiten. Wenn dem so ist, dann ist man mit falschen Voraussetzungen in die Beziehung eingegangen. Sex in der Ehe ist durchaus wichtig, aber die körperliche Nähe, eine Umarmung, an der Hand halten, all das ist genauso wichtig. Es gibt sehr viele Paare, die aufgrund von körperlichen Gebrechen keinen Sex haben können und eine sehr glückliche Ehe führen.

Persönlicher Freiraum und gemeinsame Aktivitäten

Auch wenn man anfänglich jede Minute mit seinem Partner verbringen möchte, ist ein persönlicher Freiraum sehr wichtig. Nur zu schnell fühlt man sich ansonsten von der Liebe erdrückt und versucht daraus zu fliehen. Ob es sich um ein regelmäßiges Treffen mit Freunden, oder eine Interessensgemeinschaft handelt, bleibt sich hierbei gleich. Wichtig ist einfach, dass jeder seinen Interessen nachkommen kann, ohne dabei vom anderen darin gehindert oder mit Geringschätzung konfrontiert zu werden. Die Anerkennung der Interessen und des Könnens des Partners, auch wenn man nicht viel davon versteht, bestätigt die Liebe und Achtung vor ihm. Geringschätzung und Eifersucht schafft Unwohlsein und Frust in der Partnerschaft. Genauso wie gemeinsame Urlaube und gemeinsame Aktivitäten ist auch die eigene Verwirklichung in der Partnerschaft wichtig. Wenn man es schafft, sich über die Errungenschaften des Partners ehrlich zu freuen, anstatt ihn dafür zu belächeln oder ihn zu beneiden, dann schafft man es auch, ihm und sich die notwendigen Freiräume zu gewähren, ohne Eifersucht aufkommen zu lassen. Es wird ein Vertrauen aufgebaut, das nur schwer zu erschüttern ist.

Geben anstatt zu fordern

In vielen Partnerschaften macht sich ein Ungleichgewicht breit, weil ein Partner andauernd zu geben scheint, während der andere fordert. Eine solche Partnerschaft kann auf Dauer nicht funktionieren. Der Spruch „Geben ist seliger als Nehmen“ hat durchaus seine Berechtigung und gerade in Partnerschaften, in denen es eine Selbstverständlichkeit ist, zu geben ohne zu fordern sind alle viel zufriedener. Der Mensch ist oft sehr ich-bezogen und glaubt sich ausgenützt, wenn er Hilfe bietet ohne eine Gegenleistung zu erhalten, so beginnt er meist zu fordern, damit er sich einen Vorteil verschafft. Es ist oft schwierig einen Menschen davon zu überzeugen, dass er nicht übervorteilt wird, sondern ihm jederzeit auch geholfen würde, sollte er es brauchen. Eine Waagschale dafür aufzustellen und die Aufmerksamkeiten aufzuwiegen ist hier der absolut falsche Weg, wenn man eine glückliche Beziehung aufbauen möchte. Gerade in der Ehe, wenn sich die Partner gegenseitig respektieren, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sich zu unterstützen und in jeder Lebenssituation zu helfen. Die Gewissheit, dass man sich auf den Partner stützen und verlassen kann, führt dazu, dass die Partnerschaft stabil wird, die kaum erschüttert werden kann. Auf Dauer ist es das Geheimrezept für jede gut funktionierende Ehe, denn immer ist es das Positive, was vorantreibt.

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